Sonntag, 22. Juni 2014

Im Zweifel Abseits

Es wurde viel diskutiert und gestritten über die Einführung der Torlinientechnologie. Bei der WM in Brasilien kommt sie nun zum ersten Mal bei einem großen Turnier zum Einsatz. Doch was bringt sie uns? Fröhlich präsentiert die Regie der FIFA fast nach jedem Tor auch die technologische Auflösung der Frage "Tor oder nicht Tor". Doch mehr als ein grafisches Gimmick war dies bisher nicht. Es gab bisher zwei Wembley-Tor Situationen bei dieser WM und in den beiden Fällen hatte der Schiedsrichter jeweils schon vor der Auflösung durch das "Hawk-Eye" richtigerweise auf Tor entschieden. 
 
Doch was bringt uns die Torlinientechnologie, wenn die Schiedsrichter die Abseitsregeln nicht verstehen, werden sich Edin Džeko, Josep Drmic und Giovanni Dos Santos fragen. Allen dreien wurden schon Tore wegen angeblicher Abseitsstellungen zurückgepfiffen. Dos Santos ereilte dieses Schicksal im Spiel gegen Kamerun sogar gleich doppelt. Heißt es jetzt: Im Zweifel Abseits?

Hinzu kommen fragwürdige Elfmeterentscheidungen. Wofür Brasilien im Auftaktmatch gegen Kroatien einen Elfmeter bekommen hat, weiß immer noch nur Herr Nishimura. Hingegen wurden Joel Campbell von Costa Rica  und Ashkan Dejagah vom Iran so dermaßen deutlich im Strafraum umgesenst, dass es hierfür eigentlich keine Wiederholung bräuchte, um auf den Punkt zu zeigen.

Dies soll kein Apell dazu sein, das Spiel noch weiter mit technischen Mittel zu überwachen, sondern einfach nur eine Erinnerung daran, dass das Spiel eben auch von Fehlern lebt. Und diese passieren nicht nur den hochbegabtesten Spielern eines jeden Landes sondern auch den Unparteiischen. 

Manchmal geht das ganze gut aus, wie diesmal für die Schweizer, Mexikaner und Costa Rica. Hingegen platzten für Bosnien, Kroatien und den Iran kleine und große WM-Träume. Aber Fußball ist ein Spiel und zu jedem Spiel gehören nun mal auch Glück und Pech dazu. Und wäre der Fußball nicht ohne das "Wembley-Tor" und "Die Hand Gottes" um ein großes Stück Emotion beraubt?