Samstag, 11. Juni 2016

Engeland, Engeland

So sieht´s aus. Nicht lang drum herum reden. England holt den Titel des Europameisters auf die Insel. Alle anderen brauchen gar nicht mehr antreten. Denn Zeit wird es sowieso: Seit nunmehr 50 Jahren warten die Three Lions auf internationale Erfolge. Zudem würde den europhoben und Brexit Befürwortern auf der Insel ihre Kampagne auf die Füße fallen. Ein Europameister England steigt nicht aus der EU aus. Punkt. Also sofern es geheime Verschwörer auf der Welt geben sollten, die sich konsequent für eine liberale Weltordnung einsetzen, dann sind sie jetzt aktiv und leiten den Triumph Englands in die Wege.


Natürlich gibt es neben den europolitischen Gründen auch sportliche die für einen Titelsieg der Engländer sprechen. Kein Team hat die Qualifizierungsgruppe so überragend gemeistert wie das englische. Zudem standen sie schon als erstes Team neben Gastgeber Frankreich als EM-Teilnehmer fest. Zehn Siege in zehn Spielen der Quali sprechen eine eindeutige Sprache.


Kick it like Insel


Das Team selbst ist enorm homogen. Kein anderes Team der EM-Teilnehmer kann auf einen Kader verweisen, der komplett in der Heimat spielt. Das heißt die Spieler kennen sich und ihre Leistungen, Stile und Schwächen so gut wie in keinem anderen Team. 


Und dadurch das die Premier League international zu den attraktivsten Ligen überhaupt gehört, können die Stars quasi bequem von zu Hause am heimischen Green internationale Luft atmen und lernen von den Legionären im Lande. Der englische Fußball gilt zudem als kampfbetont, schnell und mitreißend. Mit dem Sieg von Leicester City im Meisterschaftrennen kommt nun noch der gelebte Underdog-Faktor hinzu. Welcher Fans weit über die Insel hinaus elektrisierte. Warum soll England diesen psychologischen Faktor nicht selbst nutzen?

TOP 4




Buchmacher auf der Insel sehen die Löwen jedoch bestenfalls als Darkhorse, als unbeschriebenes Blatt oder halt als Überraschungssieger hinter Frankreich, Deutschland und Spanien. Das passt auch zur Marktwertanalyse von Transfermarkt, wo das Inselteam ebenfalls hinter Spanien, Deutschland und Frankreich auf Platz 4 steht. Einen Wert von 477 Millionen berechnet die Fußball-Page für den aktuellen Kader. Ein Darkhorse fühlt sich für mich anders an. Trotzdem scheint sich der Verband mit dieser Rolle wohl  zu fühlen. Keine großen Töne, kein Druck auf das Team. So lässt sich befreit aufspielen. Zudem steht mit Old-Star Wayne Rooney, Harry Kane, Jamie Vardy und dem erst 18-jährigen U19 Spieler Marcus Rashford steht eine Spitze parat, die Torgarantie ausstrahlt. 

Bad News durch Hools



So werden die wohl schlechtesten Nachrichten diese Tage nicht vom verpassten Spielen gegen die vermeintlichen Großen kommen, sondern von den Fans der Insel, deren Hools schon vor dem ersten Spiel am Samstag um 21 Uhr gegen die Auswahl aus Russland in Frankreich in schöner Regelmäßigkeit für Tränengas Einsätze der französischen Riot-Polizei sorgen. Pädagogen und Streetworker freut es, denn schon jetzt basteln sie an neuen Befriedungskonzepten. Ein EM-Titel der Engländer wäre da wohl die erfolgreichste Variante. Und auch meine Freundin setzt auf die Engländer. Als Linkshänderin kolportiert sie schon seit Jahren die intellektuelle Überlegenheit ihrer Minderheit, die sich auch bei den Linksfahrern von der Insel irgendwann mal zeigen sollte.

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