Freitag, 25. April 2014
Keine Europameisterschaft in der Türkei 2020
Der türkische Fußballverband (TFF) gab heute bekannt, dass sich der Verband für die Austragung der Fußball-Europameisterschaft 2020 nun doch nicht bewerben wird. Damit liegt erstmals seit 2008, 2012, und 2016 keine Bewerbung des TFF vor.
In einer schriftlichen Erklärung kündigt Verbandsvertreter Servet Yardımcı an, dass der Verband jedoch schon jetzt mit den Arbeiten für eine Bewerbung 2024 begonnen hat. Der Verbandsprecher betont, dass die Türkei durch die in den letzten Jahren errichteten Sportarenen über 13 Stadien verfügt, die den UEFA Ansprüchen entsprechen und sich das Land somit als alleiniger Gastgeber eignen würde. Eine Bewerbung nur für Halbfinal oder Finalspiele, wie es für die EM 2020 vorgesehen ist, sei für die Türkei nicht interessant.
Jubel über den Rückzug der Türkei in England. Galt die Türkei doch hinter den Kulissen als gesetzt für die Austragung der Halbfinal und Final Begegnungen. Nun ist auf einmal Wembley aussichtsreichster Kandidat für die Endspiele der Euro 2020.
Für den Deutschen Fußballverband (DFB) hingegen ist nur ein Austragungsort von vielen zu sein kein Handicap. So hat sich der DFB heute auch offiziell mit München als Ausrichterstadt für die EM 2020 als eine der 13 Ausrichterstädte bei der UEFA beworben.
Appetit auf Sommer: Jetski Rennen in Bodrum
Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein,- beste äußere Bedingungen sorgten für einen gelungenen Auftakt des 1. Jetski-Rennenwettbewerbes im türkischen Bodrum. Ausgetragen vom türkischen Motorsportverband (TMF) besteht das Rennen aus 6 Etappen. Start war am 19.-20. April an der Ägäisküste bei bestem Wetter, weiter geht es u.a. in Antalya und Sivas.
Weitere Bilder vom Rennauftakt in meiner Fotogalerie.
Interview mit Faysal Şevkatlıoğlu auf Türkisch (Vorstandsmitglied TMF)
Donnerstag, 24. April 2014
Neu: Sportfotos von Sevan Özbülbül
Sportfotos sind ein Spaß für sich. Darum freuen wir uns mit Fotos von Sevan Özbülbül Tricks und Märchen des Sport aufhübschen zu können. Ab sofort wird der 35-jährige selbstständige Unternehmer mit frischen Bildern aus seiner Tätigkeit als Sportfotograf diesen Blog bebildern. Sevan Özbülbül ist als ehemaliger begeisterter Motorsportfahrer und besonders bei Sportarten mit Krach und Benzingeruch zugegen. In der Saison 2014 begleitet er den türkischen Motorsportverband auf seinen Wettkämpfen und sorgt für spektakuläre Bilder. Seven Özbülbül lebt in Istanbul und ist zumeist auf Veranstaltungen im Mittelmeer-Raum anzutreffen. Hinter der Kamera stand er zudem bei einem Besuch des Frauenteams von Türkiyemspor in Istanbul 2012, während dessen auch ein kleiner Spot für die Rettungskampgane des im Insovenzverfahren befindlichen Klubs gedreht wurde.
Fotogalerie Frauenteam Türkiyemspor in Istanbul
Spot für die Rettungskampage "Rettungsschirm für Türkiyemspor"
Zudem ist unser neuer Autor in sozialen Netzwerken breit vertreten. Hier kann sich ein Überblick über seine Arbeiten verschafft werden.
Seven Özbülbül auf 500px.com
Seven Özbülbül auf Instagram
Seven Özbülbül auf devianart.com
Seven Özbülbül auf Twitter
Seven Özbülbül auf Facebook
Als Bonus noch ein Spot vom letzten Wochenende.
Wasserskimeisterschaften 1. Rennen in Bodrum/Türkei.
Mittwoch, 16. April 2014
Kein Märchen des Sports – Henrikh Mkhitaryan – Spielmacher der Extraklasse
Die Kritiker an den Stammtischen des Ruhrpotts sind groß. Doch sie werden verstummen. Mkhitaryan kostete über 25 Millionen Euro Ablöse, sollte Mario Götze ersetzen. Keine einfache Rolle für die erste Saison in einer europäischen Topliga. Rein statistisch gesehen läuft alles prima 27/7/9 in Spielen, Toren und Vorlagen lautet seine Bilanz in der Bundesliga.
Doch manchmal schien er gehemmt, zu schüchtern oder nicht entschlossen genug auf dem Platz. In den wichtigen Spielen spielte er nicht immer spektakulär, was ihm am Stammtisch natürlich übel genommen wird. Kenner sahen aber schon sein Können aufblitzen, wie er mit aller Ruhe den Ball berührt, verführt ja fast streichelt und das Spiel ganz nach seinem Belieben gestalten und verwalten kann. Typ Spielmacher der Extraklasse!
In den letzten beiden Spielen ist er nunmehr explodiert. Am letzten Wochenende gegen die Bayern in der Liga und gestern im Pokal gegen den VfL Wolfsburg kam zu dem sonst nur vom Fachmann zu erkennenden Spielverständnis auch noch eine große Portion Spektakel dazu. Umso bemerkenswerter ist, dass Mkhitaryan diesen enormen Schub nach der wohl schwersten Stunde seiner noch jungen Kariere hinlegt. Noch vor einer Woche war er der tragische Held. Beim 2:0 Erfolg des BVB gegen die Königlichen aus Madrid fehlte der Borussia nur ein Tor um die Verlängerung zu erzwingen und Mkhitaryan hatte nicht eine, nicht zwei sondern drei Riesenchancen dieses zu erzielen. Doch es wirft ihn nicht um, es macht ihn besser. Typ Spielmacher der Extraklasse – wie schon gesagt. Und nächste Saison, das wage ich vorherzusagen, startet er erst richtig durch.
Doch manchmal schien er gehemmt, zu schüchtern oder nicht entschlossen genug auf dem Platz. In den wichtigen Spielen spielte er nicht immer spektakulär, was ihm am Stammtisch natürlich übel genommen wird. Kenner sahen aber schon sein Können aufblitzen, wie er mit aller Ruhe den Ball berührt, verführt ja fast streichelt und das Spiel ganz nach seinem Belieben gestalten und verwalten kann. Typ Spielmacher der Extraklasse!
In den letzten beiden Spielen ist er nunmehr explodiert. Am letzten Wochenende gegen die Bayern in der Liga und gestern im Pokal gegen den VfL Wolfsburg kam zu dem sonst nur vom Fachmann zu erkennenden Spielverständnis auch noch eine große Portion Spektakel dazu. Umso bemerkenswerter ist, dass Mkhitaryan diesen enormen Schub nach der wohl schwersten Stunde seiner noch jungen Kariere hinlegt. Noch vor einer Woche war er der tragische Held. Beim 2:0 Erfolg des BVB gegen die Königlichen aus Madrid fehlte der Borussia nur ein Tor um die Verlängerung zu erzwingen und Mkhitaryan hatte nicht eine, nicht zwei sondern drei Riesenchancen dieses zu erzielen. Doch es wirft ihn nicht um, es macht ihn besser. Typ Spielmacher der Extraklasse – wie schon gesagt. Und nächste Saison, das wage ich vorherzusagen, startet er erst richtig durch.
Sonntag, 13. April 2014
Euroleague Finale: Istanbuler Teams unter sich
Istanbul kann sich schon vor dem Endspiel auf den Titel freuen. So oder so, - Istanbul gewinnt in Europa, entschieden wird nur noch, ob der Cup nach Asien geht, oder in Europa bleibt. Im Finale der Basketball Euroleague der Frauen stehen, am Sonntag, den 13.4.2014 ,im russischen Jekaterinburg, mit Fenerbahçe Istanbul und Galatasaray Odeabank zwei Teams aus der türkischen Bosporus Metropole.
Türkische Teams dominierten den laufenden Wettbewerb. Im Viertelfinale standen mit Kayseri Kaski Spor Kulübü und den beiden Istanbuler Clubs gleich drei Teams aus der türkischen Basketballliga. Im Halbfinale setzte sich Galatasaray gegen die amtierenden Meisterinnen und Gastgeberinnen der Endrunde von UMMC Jekaterinburg durch. Fenerbahçes Weg in das Finale beeindruckt ebenso: Alle 17 Partien in den Gruppen- und KO-Runden konnten gewonnen werden.
So gehen die türkischen Meisterinnen von Fener, nun auch als Favoritinnen ins Endspiel. Obwohl die Bilanz der aktuellen Saison denkbar knapp ist. In den bisherigen Liga und Pokalspielen konnte Galatasaray zweimal Fenerbahçe dreimal gewinnen. Der letzte Sieg gegen Galatasaray datiert aus der zweiten Gruppenphase der Euroleague.
Für den türkischen Basketball ist das Finale ein historisches Ereignis, noch nie konnte ein Team aus der Türkei den Cup gewinnen. Fenerbahçe stand zwar letztes Jahr erstmals im Finale. Musste sich dann aber klar mit 82:56 gegen UMMC Jekaterinburg geschlagen geben und mit dem Titel der Vize-Meisterinnen begnügen. Das Feners zweite Finalteilnahme glücklicher ausgeht, als die letzte glauben auch die Buchmacher. Die Quoten für Fener liegen zwischen 1.48 (Partybets) und 1.60 (Digibets). Ein Finalsieg von Galatasaray wird zwischen 2.20 (Digibet) und 2.70 (Pinnacle Sports) gehandelt.
Zu sehen ist das Finale am Sonntag, den 13.04.2014, ab 15 Uhr (deutsche Zeit) auf http://www.livebasketball.tv/ oder auf den vereinseigenen TV-Kanälen Fenerbahçe TV und Galatasaray TV.
Türkische Teams dominierten den laufenden Wettbewerb. Im Viertelfinale standen mit Kayseri Kaski Spor Kulübü und den beiden Istanbuler Clubs gleich drei Teams aus der türkischen Basketballliga. Im Halbfinale setzte sich Galatasaray gegen die amtierenden Meisterinnen und Gastgeberinnen der Endrunde von UMMC Jekaterinburg durch. Fenerbahçes Weg in das Finale beeindruckt ebenso: Alle 17 Partien in den Gruppen- und KO-Runden konnten gewonnen werden.
So gehen die türkischen Meisterinnen von Fener, nun auch als Favoritinnen ins Endspiel. Obwohl die Bilanz der aktuellen Saison denkbar knapp ist. In den bisherigen Liga und Pokalspielen konnte Galatasaray zweimal Fenerbahçe dreimal gewinnen. Der letzte Sieg gegen Galatasaray datiert aus der zweiten Gruppenphase der Euroleague.
Für den türkischen Basketball ist das Finale ein historisches Ereignis, noch nie konnte ein Team aus der Türkei den Cup gewinnen. Fenerbahçe stand zwar letztes Jahr erstmals im Finale. Musste sich dann aber klar mit 82:56 gegen UMMC Jekaterinburg geschlagen geben und mit dem Titel der Vize-Meisterinnen begnügen. Das Feners zweite Finalteilnahme glücklicher ausgeht, als die letzte glauben auch die Buchmacher. Die Quoten für Fener liegen zwischen 1.48 (Partybets) und 1.60 (Digibets). Ein Finalsieg von Galatasaray wird zwischen 2.20 (Digibet) und 2.70 (Pinnacle Sports) gehandelt.
Zu sehen ist das Finale am Sonntag, den 13.04.2014, ab 15 Uhr (deutsche Zeit) auf http://www.livebasketball.tv/ oder auf den vereinseigenen TV-Kanälen Fenerbahçe TV und Galatasaray TV.
Dienstag, 8. April 2014
Solidarität mit Schiedsrichter Dinçdağ
Schiedsrichter sind in der Fußballwelt nicht besonders beliebt, sie sind eine Notwendigkeit, doch kaum einer möchte diesen Job übernehmen. Hunderte von Vereinen zahlen regelmäßig Geldstrafen an die Fußballverbände weil sie zu wenig Schiedsrichter aufweisen können. Umso verwunderlicher ist es dann, wenn sich Fußballspieler, Fans, Vereine und der Berliner Fußballverband mit einem Schiedsrichter solidarisieren.
Halil İbrahim Dinçdağ ist ein Schiedsrichter aus der Türkei und er war für den türkischen Fußballverband (TFF) tätig. Bis er seinen Militärdienst in der Türkei antreten musste. Dort bekannte er sich zu seiner Homosexualität und wurde, wie es in der Türkei üblich ist, daraufhin ausgemustert. Das ganze hatte nur einen Haken: Schiedsrichter in der Türkei müssen in der Türkei den Militärdienst ableisten, sonst werden sie nicht mehr als Schiedsrichter zugelassen. Doch als Homosexueller ist dies nicht möglich. Somit ist homosexuellen Schiedsrichtern in der Türkei der Weg versperrt.
Der Fall von Halil İbrahim Dinçdağ ging an die Presse und schlug in der boulevardesken Medienlandschaft des Landes hohe Wellen. Halil İbrahim Dinçdağ wurde öffentlich geoutet und musste seinen Heimatort Trabzon, am Schwarzen Meer verlassen. Er flüchtete nach Istanbul, dort versucht er nun ein neues Leben aufzubauen. Arbeitslos, - doch der leidenschaftliche Schiedsrichter kann das pfeifen nicht lassen. Aktiv ist er nun bei Spielen der Bunten Ligen in Istanbul.
Am Dienstag nun wird Halil İbrahim Dinçdağ in der Kreuzberger Blücherstrasse ungewohntes internationales Flair versprühen. Er pfeift beim Freundschaftskick zwischen Türkiyemspor III und Tennis Borussia II. Damit wird wohl Neuland bestritten, denn wann hat schon mal ein internationaler Schiedsrichter eine unterklassige Partie in Berlin gepfiffen?
Am Donnerstag berichtet Halil İbrahim Dinçdağ darauf in der von Türkiyemspor-Fans allseits bekannten Neuköllner Kiezkneipe „Tristeza“ über seinen Fall. Mit dabei auch Hakan Taş und Daniela Wurbs. Als Übersetzter engagiert sich Safter Çinar.
Am Wochenende geht Halil İbrahim Dinçdağ dann nach Leipzig. Dort pfeift Halil İbrahim Dinçdağ die Begegnung von zwei Teams des Roten Stern Leipzigs, ehe er am Samstag an einer weiter Podiumsveranstaltung im Fischladen teilnimmt.
Im Vorfeld der Veranstaltungsreihe musste die Organisatoren jedoch viel Geduld beweisen, denn das Generalkonsulat der Bundesrepublik wollte Halil İbrahim Dinçdağ zuerst kein Visum erteilen. Erst nach eineinhalb Jahren und dem persönlichen Einsatz vor Ort, der ehemaligen Bürgermeisterin von Kreuzberg/Friedrichshain Cornelia Reinauer, konnte die lang erwartete Visumerteilung erreicht werden. So wirft die Veranstaltungsreihe nicht nur einen Blick auf die Diskriminierung von Homosexuellen im Fußball, sondern führt auch noch einmal die vom europäischen Gerichtshof monierte deutsche Visaverteilung gegenüber türkischen Staatsbürgern vor Augen.
Das Programm zu Halil İbrahim Dinçdağs ersten Auslandaufenthaltes:
Dienstag, 8. April 2014 – Freundschaftspiel in Berlin Türkiyemspor Berlin III vs. Tennis Borussia Berlin II Schiedsrichter der Partie: Halil İbrahim Dinçdağ Sportplatz Blücherstr. 47, 10961 Berlin – 19:30 Uhr
Donnerstag, 10. April 2014 – Vortrag in der Tristeza „Der Fall Halil İbrahim Dinçdağ und LSBT in der Türkei“ Mit Halil İbrahim Dinçdağ, Hakan Tas (LSBT-Aktivist) und Daniela Wurbs (FSE); Übersetzung: Safter Çinar (TBB) Pannierstr. 5, 12043 Berlin – 19 Uhr
Freitag, 11. April 2014 – Freundschaftsspiel in Leipzig Roter Stern Leipzig II vs. Roter Stern Leipzig III Schiedsrichter der Partie: Halil İbrahim Dinçdağ Sportpark Dölitz, Bornaische Straße 179, Leipzig – 17 Uhr
Samstag, 12. April 2014 – Vortrag im Fischladen „Der Fall Halil İbrahim Dinçdağ und LSBT in der Türkei“ Wolfgang-Heinze-Straße 22, Leipzig – 21 Uhr
Halil İbrahim Dinçdağ ist ein Schiedsrichter aus der Türkei und er war für den türkischen Fußballverband (TFF) tätig. Bis er seinen Militärdienst in der Türkei antreten musste. Dort bekannte er sich zu seiner Homosexualität und wurde, wie es in der Türkei üblich ist, daraufhin ausgemustert. Das ganze hatte nur einen Haken: Schiedsrichter in der Türkei müssen in der Türkei den Militärdienst ableisten, sonst werden sie nicht mehr als Schiedsrichter zugelassen. Doch als Homosexueller ist dies nicht möglich. Somit ist homosexuellen Schiedsrichtern in der Türkei der Weg versperrt.
Der Fall von Halil İbrahim Dinçdağ ging an die Presse und schlug in der boulevardesken Medienlandschaft des Landes hohe Wellen. Halil İbrahim Dinçdağ wurde öffentlich geoutet und musste seinen Heimatort Trabzon, am Schwarzen Meer verlassen. Er flüchtete nach Istanbul, dort versucht er nun ein neues Leben aufzubauen. Arbeitslos, - doch der leidenschaftliche Schiedsrichter kann das pfeifen nicht lassen. Aktiv ist er nun bei Spielen der Bunten Ligen in Istanbul.
Am Dienstag nun wird Halil İbrahim Dinçdağ in der Kreuzberger Blücherstrasse ungewohntes internationales Flair versprühen. Er pfeift beim Freundschaftskick zwischen Türkiyemspor III und Tennis Borussia II. Damit wird wohl Neuland bestritten, denn wann hat schon mal ein internationaler Schiedsrichter eine unterklassige Partie in Berlin gepfiffen?
Am Donnerstag berichtet Halil İbrahim Dinçdağ darauf in der von Türkiyemspor-Fans allseits bekannten Neuköllner Kiezkneipe „Tristeza“ über seinen Fall. Mit dabei auch Hakan Taş und Daniela Wurbs. Als Übersetzter engagiert sich Safter Çinar.
Am Wochenende geht Halil İbrahim Dinçdağ dann nach Leipzig. Dort pfeift Halil İbrahim Dinçdağ die Begegnung von zwei Teams des Roten Stern Leipzigs, ehe er am Samstag an einer weiter Podiumsveranstaltung im Fischladen teilnimmt.
Im Vorfeld der Veranstaltungsreihe musste die Organisatoren jedoch viel Geduld beweisen, denn das Generalkonsulat der Bundesrepublik wollte Halil İbrahim Dinçdağ zuerst kein Visum erteilen. Erst nach eineinhalb Jahren und dem persönlichen Einsatz vor Ort, der ehemaligen Bürgermeisterin von Kreuzberg/Friedrichshain Cornelia Reinauer, konnte die lang erwartete Visumerteilung erreicht werden. So wirft die Veranstaltungsreihe nicht nur einen Blick auf die Diskriminierung von Homosexuellen im Fußball, sondern führt auch noch einmal die vom europäischen Gerichtshof monierte deutsche Visaverteilung gegenüber türkischen Staatsbürgern vor Augen.
Das Programm zu Halil İbrahim Dinçdağs ersten Auslandaufenthaltes:
Dienstag, 8. April 2014 – Freundschaftspiel in Berlin Türkiyemspor Berlin III vs. Tennis Borussia Berlin II Schiedsrichter der Partie: Halil İbrahim Dinçdağ Sportplatz Blücherstr. 47, 10961 Berlin – 19:30 Uhr
Donnerstag, 10. April 2014 – Vortrag in der Tristeza „Der Fall Halil İbrahim Dinçdağ und LSBT in der Türkei“ Mit Halil İbrahim Dinçdağ, Hakan Tas (LSBT-Aktivist) und Daniela Wurbs (FSE); Übersetzung: Safter Çinar (TBB) Pannierstr. 5, 12043 Berlin – 19 Uhr
Freitag, 11. April 2014 – Freundschaftsspiel in Leipzig Roter Stern Leipzig II vs. Roter Stern Leipzig III Schiedsrichter der Partie: Halil İbrahim Dinçdağ Sportpark Dölitz, Bornaische Straße 179, Leipzig – 17 Uhr
Samstag, 12. April 2014 – Vortrag im Fischladen „Der Fall Halil İbrahim Dinçdağ und LSBT in der Türkei“ Wolfgang-Heinze-Straße 22, Leipzig – 21 Uhr
Dienstag, 25. März 2014
Die Fußballdeutschen kommen!
Wie der DFB seine eigenen „Inländer“ schuf.
Manche Begriffe des fußballerischen Sprachkosmos können tausende Assoziationen bewirken. Der ‚Fußballdeutsche’ ist einer von ihnen: Handelt es sich hierbei um einen DFB-Fan, der sein Handtuch schon Stunden, nein Tage vor Spielbeginn auf der Fanmeile auslegt? Ist er ein jemand, der sich die Nationalfarben nicht ansteckt, es sei denn, wir haben WM? Oder handelt es sich bei ihm um den Stereotyp des kantigen Abwehrhünen, der rechts einen ungelenken Holzfuß und links eine fleischerne Gehhilfe trägt, dem Kurzpassspiel ein Fremdwort ist, da er durch „langen Hafer“ sowie Kampfgeist zu bestechen weiß?
Nichts von alledem. Um 1990 herum stand ein kleiner Migrantenverein aus Berlin-Kreuzberg namens Türkiyemspor mehrfach kurz vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Doch galt damals noch die Regel, dass pro Spiel nur drei Nicht-EU-Bürger in der Startelf stehen durften. Dies wäre dem Kader, der zwar mehrheitlich mit Spielern aus Berlin besetzt war, die aufgrund der damaligen Einwanderungsgesetzte jedoch nur den türkischen Pass besaßen, zum Verhängnis geworden. Der DFB stand unter Handlungsdruck und schuf kurzerhand die Kategorie des „Fußballdeutschen“. Dieser galt in der Welt des Leders als Inländer, wenn er fünf Jahre ununterbrochen für deutsche Vereine gespielt hatte, drei davon in seiner Jugend. Dies wiederum traf auf die meisten Spieler Türkiyemspors zu, waren sie doch zumeist Kinder von Arbeitsmigranten aus der Türkei und hatten, wenn schon nicht hier geboren, zumindest ihre Jugend hierzulande verbracht. Erstaunlich bleibt dabei, wie der DFB schon zu Beginn der 1990er Jahre eine Definition des „Deutschen“ schuf, die nicht auf Blutsverwandtschaft basierte – eine Regelung, die in der Politik erst 2000 mit der rot-grünen Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts Einzug fand.
Die Erfindung des „Fußballdeutschen“ reiht sich somit ein in eine längere Tradition des DFB, die Bundesrepublik sukzessive als Einwanderungsgesellschaft zu betrachten und „Inländer am Leder“ zu definieren. Hatten früher schon polnischstämmige Spieler wie Rüdiger Abramczik das Dress mit dem Adler übergestreift und Rainer Bonhof, der die Vorlage zum Siegtreffer im WM-Finale 1974 gab, seine Jugend noch in den Auswahlteams der Niederlande verbracht, sollte die Geschichte auch nach 1990 fortgesetzt werden. Denn spätestens als die DFB-Elf um das Jahr 2000 herum recht erfolglos auf dem Grün herumstolperte, wollte man die Mannschaft mit ausländischen Top-Spielern aus der Bundesliga auffüllen. Akribisch wurde nach deutschen Großmüttern in den Stammbäumen gesucht, um nicht nur Sean Dundee und Paulo Rink einzubürgern. Sie alle blieben erfolglos.
So musste der DFB in den 2000er Jahren erkennen, dass er sich das große Potential der vielen fußballspielenden Kinder mit Migrationshintergrund nicht entgehen lassen könne. Das Ende ist bekannt: Mesut Özil und Sami Khedira trumpften bei der WM 2010 neben Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller groß auf. Vielleicht wäre es ohne die Erfindung des „Fußballdeutschen“ nie soweit gekommen.
Manche Begriffe des fußballerischen Sprachkosmos können tausende Assoziationen bewirken. Der ‚Fußballdeutsche’ ist einer von ihnen: Handelt es sich hierbei um einen DFB-Fan, der sein Handtuch schon Stunden, nein Tage vor Spielbeginn auf der Fanmeile auslegt? Ist er ein jemand, der sich die Nationalfarben nicht ansteckt, es sei denn, wir haben WM? Oder handelt es sich bei ihm um den Stereotyp des kantigen Abwehrhünen, der rechts einen ungelenken Holzfuß und links eine fleischerne Gehhilfe trägt, dem Kurzpassspiel ein Fremdwort ist, da er durch „langen Hafer“ sowie Kampfgeist zu bestechen weiß?
Nichts von alledem. Um 1990 herum stand ein kleiner Migrantenverein aus Berlin-Kreuzberg namens Türkiyemspor mehrfach kurz vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Doch galt damals noch die Regel, dass pro Spiel nur drei Nicht-EU-Bürger in der Startelf stehen durften. Dies wäre dem Kader, der zwar mehrheitlich mit Spielern aus Berlin besetzt war, die aufgrund der damaligen Einwanderungsgesetzte jedoch nur den türkischen Pass besaßen, zum Verhängnis geworden. Der DFB stand unter Handlungsdruck und schuf kurzerhand die Kategorie des „Fußballdeutschen“. Dieser galt in der Welt des Leders als Inländer, wenn er fünf Jahre ununterbrochen für deutsche Vereine gespielt hatte, drei davon in seiner Jugend. Dies wiederum traf auf die meisten Spieler Türkiyemspors zu, waren sie doch zumeist Kinder von Arbeitsmigranten aus der Türkei und hatten, wenn schon nicht hier geboren, zumindest ihre Jugend hierzulande verbracht. Erstaunlich bleibt dabei, wie der DFB schon zu Beginn der 1990er Jahre eine Definition des „Deutschen“ schuf, die nicht auf Blutsverwandtschaft basierte – eine Regelung, die in der Politik erst 2000 mit der rot-grünen Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts Einzug fand.
Die Erfindung des „Fußballdeutschen“ reiht sich somit ein in eine längere Tradition des DFB, die Bundesrepublik sukzessive als Einwanderungsgesellschaft zu betrachten und „Inländer am Leder“ zu definieren. Hatten früher schon polnischstämmige Spieler wie Rüdiger Abramczik das Dress mit dem Adler übergestreift und Rainer Bonhof, der die Vorlage zum Siegtreffer im WM-Finale 1974 gab, seine Jugend noch in den Auswahlteams der Niederlande verbracht, sollte die Geschichte auch nach 1990 fortgesetzt werden. Denn spätestens als die DFB-Elf um das Jahr 2000 herum recht erfolglos auf dem Grün herumstolperte, wollte man die Mannschaft mit ausländischen Top-Spielern aus der Bundesliga auffüllen. Akribisch wurde nach deutschen Großmüttern in den Stammbäumen gesucht, um nicht nur Sean Dundee und Paulo Rink einzubürgern. Sie alle blieben erfolglos.
So musste der DFB in den 2000er Jahren erkennen, dass er sich das große Potential der vielen fußballspielenden Kinder mit Migrationshintergrund nicht entgehen lassen könne. Das Ende ist bekannt: Mesut Özil und Sami Khedira trumpften bei der WM 2010 neben Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller groß auf. Vielleicht wäre es ohne die Erfindung des „Fußballdeutschen“ nie soweit gekommen.
Sonntag, 23. März 2014
Vielfalt im Gleichschritt
Es ist nicht einfach. Ein "Heer" von militärischen Vokabeln durchzieht die Welt des Fußball; ein Spiel zu schauen, ohne auf kriegsähnliche Wortkracher wie "Abwehrschlacht", "Flankenvorstoß" oder "Sturmspitze" zu treffen, erscheint kaum möglich. Doch noch abstruser wird es, wenn diese Welt um das runde Leder auf den Begriffsapparat des multikulturellen Berlins trifft, wie das folgende Beispiel zeigt:
Quelle: Screenshot.
Irgendwie müssten sich die Verantwortlichen des Berliner AK einig werden: Steht man nun für gesellschaftliche Vielfalt, wie es im Header heißt, oder den Gleichschritt einer Militärparade, wie der Titel des Artikel auf der Startseite verspricht? Beides zusammen geht wohl kaum, zumindest nicht, wenn mindestens eines davon ernst gemeint ist. Wir sind gespannt...
Quelle: Screenshot.
Irgendwie müssten sich die Verantwortlichen des Berliner AK einig werden: Steht man nun für gesellschaftliche Vielfalt, wie es im Header heißt, oder den Gleichschritt einer Militärparade, wie der Titel des Artikel auf der Startseite verspricht? Beides zusammen geht wohl kaum, zumindest nicht, wenn mindestens eines davon ernst gemeint ist. Wir sind gespannt...
Galatasaray setzt sich für twitter ein
Richtige Social-Net-Credibility hat sich gestern Abend der türkische Rekordmeister Galatasaray erarbeitet. Auch wenn es im Hauptgeschäftsbereich der Istanbuler nicht ganz so rund läuft. Nach dem Ausscheiden aus der Champions League folgte am Wochenende in der Schlußminute eine 0:1 Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Kayserispor und damit wohl das vorzeitige Aus im Rennen um die Meisterschaft der Süperlig. Logische Folge bei den erfolgsverwöhnten Fans. Verbale Fanproteste gegen die Vereinsführung.
Außerhalb des Kerngeschäftes jedoch ist den gelb-roten ein Coup gelungen. Während Stadtrivalen Fenerbahçe und Beşiktaş seit den heißen Tagen um die Gezi-Park Proteste durch Aktionen der Fans mit reichlich Street-Credibility punkten konnten, erkämpft sich Galatasaray mit ein paar Zeilen im richtigen Moment und an richtiger Stelle die Hochachtung der Netzcommunity. Nachdem in der Nacht auf Freitag in der Türkei der Zugang zu Twitter von staatlicher Seite erschwert wurde, ist der Zwitscherdienst nur noch durch die Hintertür zu erreichen. Nur VPN-Server helfen den geplagten Usern weiterhin wichtiges und unwichtiges in die Welt hinauszuposten. Erstaunlich klar bezieht dazu der Klub auf seiner Homepage Stellung:
Eins drauf legte der Klub am Sonnabendabend. Demonstrativ trugen die Spieler beim Aufwärmen frisch bedruckte Shirts mit der Twitter Adresse des Klubs. Die beiden großen Rivalen hingegen hielten sich bedeckt. Fenerbahçe twittert zwar nach einer Pause seit heute wieder, Beşiktaş´ Twitter-Account ist jedoch nach den staatlichen Zugangsbeschränkungen verstummt. Für Galatasaray ist der Web-Aktionismus nur konsequent. Twitter ist ein wichtiges Standbein des Vereins. Im weltweiten Ranking der Follower stehen die Istanbul Löwen hinter Barcelona und Real Madrid auf Platz Drei.
Außerhalb des Kerngeschäftes jedoch ist den gelb-roten ein Coup gelungen. Während Stadtrivalen Fenerbahçe und Beşiktaş seit den heißen Tagen um die Gezi-Park Proteste durch Aktionen der Fans mit reichlich Street-Credibility punkten konnten, erkämpft sich Galatasaray mit ein paar Zeilen im richtigen Moment und an richtiger Stelle die Hochachtung der Netzcommunity. Nachdem in der Nacht auf Freitag in der Türkei der Zugang zu Twitter von staatlicher Seite erschwert wurde, ist der Zwitscherdienst nur noch durch die Hintertür zu erreichen. Nur VPN-Server helfen den geplagten Usern weiterhin wichtiges und unwichtiges in die Welt hinauszuposten. Erstaunlich klar bezieht dazu der Klub auf seiner Homepage Stellung:
„ Die Ereignisse im Rahmen der Zugangsbeschränkungen für Twitter, verfolgen wir als Klub mit mehr als 4 Millionen Nutzern und Followern mit Sorge. Twitter ist für unseren Verein nicht nur ein Informationskanal um mit unseren Fans und der Öffentlichkeit in Verbindung zu stehen, sondern auch für die ausländischen und inländischen Sportler in allen unseren Abteilungen eine täglich und häufig genutzte Media-Plattform. Wir hoffen und erwarten, dass von dieser Maßnahme, die sowohl in der Türkei als auch international zu Kritik führte, schnellst möglich Abstand genommen wird.“
Eins drauf legte der Klub am Sonnabendabend. Demonstrativ trugen die Spieler beim Aufwärmen frisch bedruckte Shirts mit der Twitter Adresse des Klubs. Die beiden großen Rivalen hingegen hielten sich bedeckt. Fenerbahçe twittert zwar nach einer Pause seit heute wieder, Beşiktaş´ Twitter-Account ist jedoch nach den staatlichen Zugangsbeschränkungen verstummt. Für Galatasaray ist der Web-Aktionismus nur konsequent. Twitter ist ein wichtiges Standbein des Vereins. Im weltweiten Ranking der Follower stehen die Istanbul Löwen hinter Barcelona und Real Madrid auf Platz Drei.
Sonntag, 2. März 2014
Extremsport am Bosphorus
Zugegeben Fahradfahren an sich ist nicht wirklich eine Extremsport, schließlich sitzen kleine Kinder, als auch ich selbst oft quitschvergnügt auf dem Drahtesel. Der Parkur gibt den Kick. Sei es die Ausdauerfahrt aus der Bundesrepublik in die Türkei, oder sei es einfach nur der Weg zur Arbeit in der Metropole am Bosphorus.
Plötzlich abbiegende Autos, öffnende Türen, auf einmal stoppende Fahrzeuge, unvorhersehbare Richtungsänderungen. Der Verkehrsalltag in Istanbul erfordert für Radfahrer nicht nur besonderen Mut, sondern auch hundertprozentige Aufmerksamkeit, schnelle Reaktion, ein gutes Auge und zudem aufgrund der hügeligen Stadt einen guten Atem. Schaut selbst: Wie extrem die einfachsten Wege per Rad sein können.
Plötzlich abbiegende Autos, öffnende Türen, auf einmal stoppende Fahrzeuge, unvorhersehbare Richtungsänderungen. Der Verkehrsalltag in Istanbul erfordert für Radfahrer nicht nur besonderen Mut, sondern auch hundertprozentige Aufmerksamkeit, schnelle Reaktion, ein gutes Auge und zudem aufgrund der hügeligen Stadt einen guten Atem. Schaut selbst: Wie extrem die einfachsten Wege per Rad sein können.
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