Sonntag, 23. März 2014

Galatasaray setzt sich für twitter ein

Richtige Social-Net-Credibility hat sich gestern Abend der türkische Rekordmeister Galatasaray erarbeitet. Auch wenn es im Hauptgeschäftsbereich der Istanbuler nicht ganz so rund läuft. Nach dem Ausscheiden aus der Champions League folgte am Wochenende in der Schlußminute eine 0:1 Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Kayserispor und damit wohl das vorzeitige Aus im Rennen um die Meisterschaft der Süperlig. Logische Folge bei den erfolgsverwöhnten Fans. Verbale Fanproteste gegen die Vereinsführung.

Außerhalb des Kerngeschäftes jedoch ist den gelb-roten ein Coup gelungen. Während Stadtrivalen Fenerbahçe und Beşiktaş seit den heißen Tagen um die Gezi-Park Proteste durch Aktionen der Fans mit reichlich Street-Credibility punkten konnten, erkämpft sich Galatasaray mit ein paar Zeilen im richtigen Moment und an richtiger Stelle die Hochachtung der Netzcommunity. Nachdem in der Nacht auf Freitag in der Türkei der Zugang zu Twitter von staatlicher Seite erschwert wurde, ist der Zwitscherdienst nur noch durch die Hintertür zu erreichen. Nur VPN-Server helfen den geplagten Usern weiterhin wichtiges und unwichtiges in die Welt hinauszuposten. Erstaunlich klar bezieht dazu der Klub auf seiner Homepage Stellung:
„ Die Ereignisse im Rahmen der Zugangsbeschränkungen für Twitter, verfolgen wir als Klub mit mehr als 4 Millionen Nutzern und Followern mit Sorge. Twitter ist für unseren Verein nicht nur ein Informationskanal um mit unseren Fans und der Öffentlichkeit in Verbindung zu stehen, sondern auch für die ausländischen und inländischen Sportler in allen unseren Abteilungen eine täglich und häufig genutzte Media-Plattform. Wir hoffen und erwarten, dass von dieser Maßnahme, die sowohl in der Türkei als auch international zu Kritik führte, schnellst möglich Abstand genommen wird.“


Eins drauf legte der Klub am Sonnabendabend. Demonstrativ trugen die Spieler beim Aufwärmen frisch bedruckte Shirts mit der Twitter Adresse des Klubs. Die beiden großen Rivalen hingegen hielten sich bedeckt. Fenerbahçe twittert zwar nach einer Pause seit heute wieder, Beşiktaş´ Twitter-Account ist jedoch nach den staatlichen Zugangsbeschränkungen verstummt. Für Galatasaray ist der Web-Aktionismus nur konsequent. Twitter ist ein wichtiges Standbein des Vereins. Im weltweiten Ranking der Follower stehen die Istanbul Löwen hinter Barcelona und Real Madrid auf Platz Drei.

Sonntag, 2. März 2014

Extremsport am Bosphorus

Zugegeben Fahradfahren an sich ist nicht wirklich eine Extremsport, schließlich sitzen kleine Kinder, als auch ich selbst oft quitschvergnügt auf dem Drahtesel. Der Parkur gibt den Kick. Sei es die Ausdauerfahrt aus der Bundesrepublik in die Türkei, oder sei es einfach nur der Weg zur Arbeit in der Metropole am Bosphorus.
Plötzlich abbiegende Autos, öffnende Türen, auf einmal stoppende Fahrzeuge, unvorhersehbare Richtungsänderungen. Der Verkehrsalltag in Istanbul erfordert für Radfahrer nicht nur besonderen Mut, sondern auch hundertprozentige Aufmerksamkeit, schnelle Reaktion, ein gutes Auge und zudem aufgrund der hügeligen Stadt einen guten Atem. Schaut selbst: Wie extrem die einfachsten Wege per Rad sein können.

Donnerstag, 27. Februar 2014

Champions League: Sponsor lässt es schneien

Nein, nicht bei der Winterolympiade. Kein Tippfehler. Turkish Airlines liess es im Vorfeld der Champions Begegnung Galatasaray gegen Chelsea schneien. Bei knapp 8 Grad Celsius sorgten Schneekanonen am Ausgang der U-Bahn Station der TT-Arena für ein besonderes Ambiente. Hintergrund des plötzlichen Schneefalls. Im letzten Gruppenspiel der Champions League im Dezember siegte Galatasaray in einem durch starken Schneefall abgebrochenen und dann 15 Stunden später weitergeführten Spiel gegen Juventus Turin mit 1:0. So sicherten sich die Istanbuler in dem wohl längsten Champions League-Spiel der Geschichte den Einzug in das Achtelfinale. Der plötzliche Schneefall vor dem Stadion soll die Fans auf den nächsten Coup einstimmen. Der Sponsor hat zumindestens die Lacher auf seiner Seite.



Mittwoch, 26. Februar 2014

Galatasaray kauft Wattenscheid 09

Diese Meldung der halbamtlichen Nachrichtenagentur “anadolu ajans” elektrisierte gestern die Fans des Istanbuler Rekordmeisters. Eingefädelt soll diesen Coup der Bürgermeister des Istanbuler Stadtteils Büyükcekmece Dr. Hasan Akgün haben. Er arbeite schon seit Jahren an der EU-Erweiterung des Istanbuler Klubs.

Bei der Eröffnung des neuen und größten GS-Verkaufsstores in der Türkei am Dienstag kamen dann neben Akgün, die Vorsitzenden beider Vereine zusammen. Hier sei zwischen Ünal Aysal (Präsident Galatasaray) und Mano Oliveri (2. Präsident Wattenscheid 09) per Handschlag im Prinzip eine Einigung getroffen worden. Zuvor hätte Akgün auf einem internen Treffen seine zweijährige Recherchearbeit erläutert. Hervorgehoben wurde dabei die Ausbildungsarbeit der SG, die zudem mit Yıldıray Baştürk, Ahmet Dursun, Halil Altıntop, Hamit Altıntop, Barış Özbek, Muarrem Uz, Kerim Demirbay und İshak Doğan auch in der Türkei für Beachtung sorgte. Ziel sei es, laut Akgün, für Galatasaray Nachwuchs auszubilden.

Das wäre dann wohl eine Win-Win Situation. Die Istanbuler hätten Zugang zu gut ausgebildeten Spielern und finanziell würde sich so eine Zusammenarbeit für den Regionalligisten sicher auch lohnen. Zudem gewänne der Verein an Attraktivität für Fußballer die den Sprung in die Türkei wagen wollen. Details zu der Zusammenarbeit wurden jedoch nicht bekannt. Auf eine schriftliche Anfrage beim Regionalligisten gab es bisher keine Antwort.

Meldungen in den türkischen Medien über Einstige großer türkischer Verein in der Bundesrepublik gab es zuvor schon zu Hauf. Zumeist erwiesen sie sich als heiße Luft. Nur einmal kam es bisher zu einem Engagement aus der Türkei. Der damalige Erstligist Ankaraspor stieg 2006 beim Berliner AK ein. Diese Zusammenarbeit ging aber schon nach einem Jahr auseinander.

In sozialen Medien wird das Thema durchweg positiv kommentiert. Ironisch wird angemerkt, dass das SG im Namen von Wattenscheid 09 ja schon eine Vorwegnahme der Zusammenarbeit sei. Stehe doch das „SG“ umgedreht für Galatasaray. Kurz: GS

Montag, 17. Februar 2014

Vor zwei Wochen in der Premier League hat Liverpool noch locker, leicht und lässig mit 5:1 gegen Arsenal gewonnen. Doch am Sonntag (15.02.2014) gab es die Revanche im FA-Cup. Arsenal siegte mit 2:1 und der überragende Keeper Fabianski ließ sich von den Spielern aus der Beatles-Stadt sogar die Schuhe binden.

Mittwoch, 12. Februar 2014

Unparteiisches vom Kommentatorenplatz

Ein Meisterstück von unparteiischer Berichterstattung. Carlos Valderrama wird erst gefoult und dann auch noch als Hollywood-Schauspieler angepriesen, kein leichter Tag für den Superstar der Kolumbianer bei der Weltmeisterschaft 1990.

Montag, 10. Februar 2014

Fußball, die hohe Kunst des Geistes

Fußball ist Philosophie und Theater zugleich, das Stadion eine Riesenbühne. Von Schoppenhauer über Marx bis Beckenbauer - sie alle kickten gegen die berühmte Pille.

Dienstag, 4. Februar 2014

Chuang Chih-Yuan Vs Jean-Michel Saive

Die komplette Show-Partie zwischen Chuang Chih-Yuan gegen Jean-Michel Saive im Tischtennis bei der Tai Ben Invitational 2014. Nett nicht nur für Tischtennis-Fans.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Sportwetten & Groundhopping

Wie schrieb Nick Hornby sinngemäß? - Er leide jedes Mal und es tue ihm weh. Er erlebe Frust und Schaudern. Es deprimiere ihn mal für mal - Und doch gehe er jede Woche hin.' Fußball fasziniert und deprimiert zugleich. Und das Internet hat das Dilemma nicht verbessert. Statt nur alle sieben Tage grottige Kicks zu schauen, geht dies nun auch nachts, am anderen Ende der Welt. Doch nicht nur die mit Altstars aufgefüllte australische A-League entzückt, sondern - dem Sportwettenmarkt und seinen seinen weltweiten Live-Übertragungen sei Dank! - auch die südkoreanische 2. Liga versprüht ihren Charme für Wettkumpis, die noch tiefnachts nicht genug haben. So an einem Abend im November. SüdKorea, 3 Uhr nachts mitteleuropäischer Zeit, Army vs. Navy. Wer will das nicht gesehen haben? Im Grunde ist es postmodernes Groundhopping. Hier zählen nicht die großen Namen - von Wembley bis Maracana - sondern die Stadien, in die sich niemand verirren würde. Nicht einmal um drei Uhr nachts. Die Crux ist nur - das Spiel ist mies und die Regelauslegung des Schiris schräg. Weshalb fordert er Army auf, für einen Freistoß zwei hinter einander stehende Mauern aufzustellen? Vielleicht setzt sich das ja bald in den höheren Ligen durch ... nur erfolgreich war es nicht. Dem Jubel für Navy verfallen, erhöhte ich meinen Wetteinsatz um weitere zwei Euro. Doch wer keine Ahnung hat, der sollte auch nicht wetten. Denn merke: auch die südkroeanische 2. Liga fasziniert und deprimiert zugleich! Und setze nicht auf Navy ...