Montag, 23. Februar 2015

Berliner Taşkın Aksoy Interims-Chef bei Fortuna Düsseldorf

Die Rückrunde hat gerade erst begonnen, da dreht sich gleich wieder das Trainerkarussell. Das ambitionierte Team von Fortuna Düsseldorf reagierte heute auf den Rückrundenfehlstart (1 Unentschieden, 2 Niederlagen) in der 2. Bundesliga unter Cheftrainer Oliver Reck mit dessen sofortiger Beurlaubung. Als Nachfolger wurde interimsweise der bisherige U23 Coach Taşkın Aksoy präsentiert. 

Der 47-jährige Fußballlehrer arbeitet in seiner dritten Saison in Düsseldorf. Unter Aksoys Regie hat sich die U23 erfolgreich stabilisiert und mittlerweile in der Regionalliga etabliert. Schon als Spieler sammelte Aksoy internationale Erfahrungen. Der ehemalige Profi stand für Hertha und TeBe  in der 2. Bundesliga auf dem Platz und schnupperte mit Kocaelispor Europapokalluft. Diese Erfahrungen gepaart mit seiner akribischen Vorbereitung machten ihn nach Absolvierung der Ausbildung zum Fußballehrer in Berlin gefragt. Bei seiner ersten Profistation als Trainer bastelte er 2009/10 bei Türkiyemspor Berlin in der damals noch dreigleisigen Regionalliga mit bescheidensten Mittel ein Team zusammen, welches sich erfolgreich in der Regionalliga halten konnte. Bekanntester Schützling Aksoys ist der Paderborner Bundesligaspieler Süleyman Koç. Koç ist mit seinem seinem Einsatzwillen und technischen Fähigkeiten Sinnbild für das von Aksoy bevorzugte Spiel.

Nachdem Türkiyemspor finanziell kollabierte, geriet auch Aksoys Trainerkarriere kurzfristig ins Stocken. Zur Saison 2012/13 bekam der seit 2007 mit der UEFA-Prolizenz ausgestattete Fußballlehrer erstmals die Möglichkeit sich unter professionellen Bedingungen zu beweisen und das mit Erfolg. Nunmehr vertrauen ihm die Verantwortlichen der Fortuna die Geschicke der 1. Mannschaft an. Wie lange sein Intermezzo dauern wird, wird wohl wie so oft im Fußball vom Erfolg abhängen. Von Vereinsseite heißt es erstmal klassisch: “Taşkın Aksoy übernimmt bis auf Weiteres”.

Doch mit dem sympathischen Berliner könnte sich die Fortuna nicht nur das Glück auf dem Platz zurück holen, sondern setzt auch auf einen nervenstarken und durch seine Berliner Zeit krisenerfahrenden und innovativen Coach. Auch in seiner Heimatstadt und dem deutsch-türkischen Fußball-Berlin wurde die Berufung Aksoys als Interimschef erfreulich registriert. Denn mit dem sportlichen Niedergang der Migrantenklubs wie Türkiyemspor und SV Yeşilyurt, stehen, mehr denn je, individuelle Erfolge im Fokus. So ist schon die Karriere von Sülyeman Koç Tagestehma in Kreuzberg, Wedding und Neukölln. Da könnte mit Taşkın Aksoy schon bald das nächste Kreuzberg Märchen erzählbar werden. Gut möglich, dass bei entsprechendem Erfolg auch die Fortuna dem neuen Trainertrend folgt und langfristig auf den Mann aus den eigenen Reihen baut. Taşkın Akosy wäre es zu wünschen.




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