Dienstag, 4. November 2014

Nach Gewaltangriff: Deniz Naki kehrt zurück nach Deutschland

Faustschläge und ein blaues Auge führen heute zur sofortigen Vertragsauflösung zwischen dem türkischen Süperligisten Gençlerbirliği und dem Ex- St. Pauli Kicker Deniz Naki. Zuvor berichtete Deniz Naki (Stress um ein Tattoo) über Anfeindungen aufgrund einem seiner Tattoos. Kommt er jetzt zu seiner alten Liebe St. Pauli?

Tätlicher Angriff Höhepunkt von Anfeindungen

Bisher noch unbekannte drei Männer griffen am Sonntag Deniz Naki in der türkischen Hauptstadt Ankara tätlich an. Sie bedrohten ihn, sprachen von einer ersten Warnung, berichtet der Stürmer auf seiner offiziellen Facebook-Seite heute Mittag. Die Bildzeitung von heute berichtet ebenso und bebildert den „Kloppe, blaues Auge! Flieht Naki zu Pauli?“ betitelten Bericht, mit einem Foto von Deniz Naki und blauem Auge. Deniz Naki berichtet zudem von Beleidigungen wegen seinem Eintretens gegen die religiöse Terrorgruppe Isis und seiner öffentlichen bekundeten Solidarität für die Städte Shingal und Kobane. Beide Städte kämpfen gegen eine Besetzung durch Isis.

Heute zog Deniz Naki einen Schlußstrich unter seinen Einsatz bei Gençlerbirliği (20 Einsätze in der Süperlig, 4 Einsätze türkischer Landespokal, 1 Tor). In beiderseitigem Einvernehmen wurde der Vertrag aufgelöst. Gleichzeitig kündigt er seine Rückkehr nach Deutschland an. „Ich komme zurück nach Deutschland“, heißt es und er fügt hinzu, das er es nicht mehr mit ansehen könne und erleben möchte, dass man in diesem Land noch nicht mal neutral Fußball spielen könne.

Schon vor den Ereignissen am Sonntag litt Naki unter Angriffen auf seine Person, auch wenn sich diese auch bisher auf verbale Attacken beschränkten und zumeist auf soziale Netzwerke begrenzt waren. Auslöser war hier ein Tattoo. „Dersim 62“ heißt es schlicht auf seinem Unterarm, eine Hommage an die Heimatstadt seines Vaters. Dersim heißt in der türkischen Republik nun jedoch nicht mehr Dersim, sondern Tunceli. Auch heute ist Tunceli im Osten des Landes Heimat vieler kurdisch-stämmiger Türken alevitischen Glaubens. Allein die Nennung des alten Stadtnamens ist in der Türkei weiterhin ein Politikum.

Wie geht es weiter ?

Zuletzt war Deniz Naki erst im Oktober in Hamburg beim Abschiedsspiel für Kapitän Fabian Boll. Hier steuerte er nicht nur ein Tor und etliche Vorlagen bei, sondern zitierte sich selbst und hämmerte die St. Pauli Fahne wie damals in Rostock in den Ground. Danach flirtete er öffentlich über Facebook mit dem FC St. Pauli und brachte sich als möglichen Trainingspartner der U23 der Hamburger ins Gespräch. Co-Trainer hier, sein alter Fußballfreund und gerade erst verabschiedete Fabian Boll. Nun könnte daraus schnell mehr werden. Obwohl auch bei einigen anderen Vereinen die angekündigte Rückkehr von Deniz Naki nach Deutschland Betriebsamkeit ausgelöst hat.



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