Freitag, 2. September 2016

„ISIS“ verbietet Schiedsrichter

Laut der in London ansässigen Organisation Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat die Terrorbande „ISIS“ einmal mehr den Fußball im Visier. Aktuell soll der Schiedsrichter beim Fußball verboten werden, zu mindestens in der Provinz Deir ez-Zor. 


Die Terrorbande „Isis“ meldet sich permanent mit brutalen und dem Mittelalter anmutenden Aktionen und brennt sich somit in das kollektive Gedächtnis der Menschheit. Antriebspunkt ist neben dem religiösem Fundamentalismus, auch eine Westphobie. Der Westen wird verachtet und ist an allem Schuld. Der Westen wird als alles umspannende homogene Gruppe gesehen, die die Welt geheim und offen regiert. Das die Waffen, Transportmittel, Kommunikationsmittel der Gruppe fast allesamt aus dem Westen stammen ist dabei ein Nebenwiderspruch, den nur Außenstehende thematisieren. Der Glauben ist der Kitt der Zusammenhält. Und „Glauben“ sagte schon mein Deutschlehrer in der Schule, bedeutet „Nicht Wissen“. „Isis“ ist somit ein blutiger Vertreter des Zeitalters des Postfaktismus.

Wäre diese Linie auf einem Sportplatz in Der ez-Zor in Syrien, würde sie keine Schiedsrichter mehr zu Sicht bekommen.  

Qisās statt Schiedsrichter



Nun hat „Isis“ in der Provinz Deir ez-Zor im Osten Syriens die Schiedsrichter verboten. Die bizarre Begründung: Der Schiedsrichter würde Entscheidungen aufgrund Regelungen der FIFA fällen und sie stehen damit in Widerspruch zu den Regelungen Gottes. Deshalb soll es in Deir ez-Zor ab sofort nur noch Spiele ohne Schiedsrichter geben.  Anstatt der Schiedsrichter soll nun das Qisās-System gelten. Qisās ist ein Teil des islamischen Rechtssystems Scharia und steht für ein Vergeltungsrecht. Es entstand aus den Formen der weitverbreitenden Blutrache und stützt sich auf den Koran.

So skurril das aktuelle „ISIS“ Verbot auch wirkt, es ist bemerkenswert. Hat zuletzt „ISIS“ gegen Fußball eine ganz andere Vorgehensweise zur Schau getragen. In der „ISIS“ Hauptstadt Rakka  wurde Fußball schon vor zwei Jahren verboten.

Und erst im Juli dieses Jahres wurden vier Fußballer im Norden der Stadt enthauptet. Im Mai dieses Jahres killten „ISIS“-Fanatiker in Bagdad 13 Real Madrid Fans, in dem sie wahllos in ein Café voll mit Fußballfans schossen. Im März sprengte sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe von Bagdad im Anschluss an ein Fußballspiel in die Luft. Über 70 Menschen starben dabei. Denn für „ISIS“ gilt Fußball per se als unislamisch, daher ist die neue Regelung in der Gegend um Deir ez-Zor beachtenswert, da sie zu mindestens Fußball zulässt, wenn auch nicht mehr unter Fifa-Regeln, sondern unter Scharia-Regeln.    

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen