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Dienstag, 5. November 2019

Berliner Fußball verliert Twitter

Seit  2015 zählen wir im Herbst die Twitter Top Team der Berliner Fußballklubs aus.  
Dass dabei die Profiklubs die meisten Follower haben und hatten verwundert nicht,
doch 2019 lässt sich ein neuer Trend anhand der Followerwachstumsraten ablesen: Twitter und der Berliner Fußball funktionieren nicht und langfristig wird Twitter wohl ganz verschwinden aus der Berliner Fußball Welt.


Doch starten wir mit den Zahlen: Die höchste Zuwachsrate in Prozent konnte die SG Altglienicke mit 22,6 % erreichen. Auch Lichtenberg hat mit einem Zuwachs von 20,9% hat noch eine Quote die auffällt. Der sportliche Aufstieg dürfte dabei eine Rolle spielen. Nur noch TeBe (17,3%) und Viktoria (11,4%) haben zweistellige Zuwachsraten. Alle anderen Vereine konnten nur noch Zuwächse im Promille Bereich generieren. Und auch wenn der FC Union erstmals in absoluten Zahlen einen größeren Anstieg an Followern als Hertha BSC verzeichnen konnte und damit am meisten Follower im letzten Jahr generieren konnte, stieg die Follower-Zahl in Prozent nur um 6,8. Und das obwohl mit dem Hype um den Aufstieg des FC Union in die Bundesliga und den darauffolgendem Berlin-Derby Fieber eigentlich ein Aufhänger bestehen sollte, der Aufmerksamkeit generiert. Doch diese Aufmerksamkeit gibt es eben nicht bei Twitter. Der Aufsteiger FC Union hat in dem historischen Momentus des sportlich größten Erfolges der Vereinsgeschichte nur 9686  neue Follower begeistern können. Zum Vergleich: Von 2016 bis 2018 wuchs hier die Followerzahl noch um 77.000 . Und auch für Bundesliga-Verhältnisse hat Union eine miese Followerzahl, nur SC Paderborn hat noch weniger Follower.




So wenig Zuwachs wie Hertha hat keiner


Besonders dramatisch wird es beim Blick auf Hertha BSC. Während die blau-weißen mit fast 50% Wachstum zwischen 2015 und 2016 Twitter eroberten ist von der damaligen Twitteroffensive nicht viel übrig gebleiben. Nur 2,1% Zuwachs bringen die niedrigste Zuwachsrate aller Berliner Top-Ten Klubs. 


Wenig Interaktion


Während von 2015-2016 die Berliner Vereine Zuwächse an Followern zwischen 30% und 50% verzeichnen konnten, halbierten sich die Zuwachsraten von 2016 zu 2018 deutlich. Doch die Zahlen von 2018 zu 2019 zeigen einen regelrechten Bedeutungsverlust von Twitter für die Berliner Klubs auf. Es scheint der Zenit für Berliner Klubs erreicht, bevor sie anfingen die Plattform aktiv für sich zu nutzen. Denn auch die Likes und Retweets, also die Interaktion der UserInnen, befindet sich weit unter dem was die Twitter Community zu leisten vermag. Während die kleinen Berliner Vereine meist unter 10 Interaktionen bleiben, bekommen die beiden Großen auch nur sehr selten mal über 1k Likes. Zum Vergleich: Bei Bayern München bekommen mehr als 50% aller Tweets mehr als 1k Likes oder bei Galatasaray: Hier landet selten ein Tweet unter 2k. 


Second Hand Ware


Ein Grund für das schlechte Feedback auf Twitter für die Berliner Klubs liegt darin, dass mit Ausnahme von Blau-Weiß Friedrichshain und dem THC Franziskaner kein Verein mit Twitter spezifischen Content an den Start geht. Twitter ist für die Klubs nur Zweit- oder Drittverwertungsplatz für Content, der schon auf anderen Kanälen publiziert wurde. Also bekommen die UserInnen bei Twitter nur das vorgesetzt, was sie auch woanders bekommen. Und damit gibt es auch keinen Grund bei Twitter extra wegen einem der Berliner Klubs zu sein. So generieren sich die Follower, nur aus den sowieso bei Twitter Aktiven und die sind im Berliner Fußball rar gesät.


Die letzten 15


So gehen Twitter und Berlins Fußball getrennte Wege. Von den über 400 Vereinen in der Stadt haben nur ganze 32 überhaupt einen Account auf Twitter. Und davon werden immer weniger auch bespielt. Zuletzt verwaisten die Accounts der Regionalligisten @bak07 und @ViktoriaBerlin. Die Gesamtzahl der bespielten Accounts ist dann noch klarer. Nur noch 15 Berliner Klubs bespielen ihren Twitter Account überhaupt. Und das wie oben schon geschrieben, mit Altware. 


Auch Verband schwach


Ach ja, letztes Jahr meldeten wir noch, dass endlich auch der Berliner Fußball Verband seinen Weg zu Twitter gefunden hatte und verbanden damit die stille Hoffnung, dass nun durch den Verband Vereine animiert werden, die Chancen der Plattform zu nutzen. Doch folgen dem @berlinerfv bis heute nur 310 Personen, damit käme der Verband noch nicht mal in die Top Ten der Berliner Klubs. 



Eine Liste aller Berliner Klubs auf Twitter findet ihr hier.



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tumds.blogspot.de - 17 September 2019, Montag



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Mit einem außerordentlichen Zuwachs an Twitter-Followern bleibt Hertha BSC auch im Twitter-Ranking die Nr. 1 im Berliner Fußball. Über 90.000 Twitter-User entschieden sich in den letzten 12 Monaten den blau-weißen zu folgen. Ein Zuwachs von fast 50%. Doch auch alle anderen Berliner Klubs konnten mehr Interesse durch Follower verzeichnen, oft um mehr als 30%. Dabei ist der Berliner Fußball bei Twitter im Fußball weiterhin nur spärlich vertreten. Nicht einmal 4% der rund 400 eingetragenen Klubs des Berliner Fußballverbandes betreibt auch einen Twitter-Account.  ...
Hier zum kompletten Artikel

tumds.blogspot.de - 15 August 2016, Montag
© tumds.blogspot.de


Hertha Top im Berliner Twitter Ranking

Was machen die Berliner Klubs außerhalb des grünen Rasens? Wir haben einen kurzen Blick auf die Zahlen bei twitter geworfen. Und das Ergebnis ist ernüchternd. Von den über 400 beim Berliner Fußballverband registrierten Vereinen ließen sich nur 15 Twitter-Accounts eindeutig einem Verein bzw. einer Fußballabteilung eines Klubs (@fuechsefussball) zu ordnen. Und auch die Follower-Zahlen sind niederschmetternd.  ...
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tumds.blogspot.de - 4 August 2015, Dienstag
© tumds.blogspot.de

Bayern Top, auch bei Twitter

Während die Bundesliga gerade gestartet ist, steht der Meister im Twitter Follower-Ranking schon fest. Klar führt hier der FC Bayern vor Borussia Dortmund. Die anderen Teams sind weit abgeschlagen. ...
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tumds.blogspot.de - 20 August 2015, Donnerstag
© tumds.blogspot.de





Twitter Top Ten: Real Madrid und Barcelona spitze

Auf den ersten Blick keine Überraschung bei den totalen Twitter Follower Zahlen der Fußballvereine. Real Madrid und Barcelona stehen ganz weit oben in der Gunst der Twitter Community. Stark auch die Klubs aus der englischen Premier League. Vertreten mit gleich vier Vereinen. Zu den spanischen und englischen Klubs gesellen sich dann noch jeweils zwei Klubs aus der Türkei und Brasilien. Teams aus der Bundesliga sind in der #TwitterFollowerTopTen nicht vertreten. ...

tumds.blogspot.de - 9 Dezember 2015, Mittwoch

Mittwoch, 15. Juli 2015

Die Zukunft gehört den Frauen

Spektakuläre Tore, Emotionen, starkes Zuschauerinteresse gepaart mit professioneller Medienaufbereitung begleiteten die Fußball WM 2015 in Canada. Die WM für Frauen gilt neben dem sportlichen Wettbewerb, weiterhin als größte Werbeveranstaltung in der größten Wachstumsbranche des Fußballs, dem Frauenfußball.

Logo der Fifa-WM 2015 in Canada

Anhaltender Boom

Die Ziele des bundesdeutschen Nationalteams standen in der heimischen Presse im Vordergrund. Ein Sieg des Teams um Sylvia Neid hätte dem Lande des Weltmeisters von 2014 gut zu Gesicht gestanden. Getreu dem Motto: Die Männer machen es vor, die Frauen nach. Und damit hätte die Frauenauswahl die Bundesrepublik als Mekka des Fußballs betoniert. Doch das Team von Sylvia Neid kam schon früh im Turnierverlauf an ihre Grenzen. Taktisch, spielerisch und auch konditionell haben viele Teams aufgeholt. Und der erreichte vierte Platz ist dann sogar eher schmeichelhaft. Denn Frauenfußball boomt längst nicht nur in den klassischen Länderverbänden wie Deutschland, den USA, Norwegen, Japan oder China. Auf der ganzen Welt sind die Wachstumsraten beim Frauenfußball weiterhin immens. In Europa hat sich die Zahl der registrierten Fußballerinnen seit 1985 verfünffacht. Dieser Wachstum ist besonders in den letzten Jahren nicht nur auf die schon gut aufgestellten Verbände zurückzuführen. Die „kleinen“ Verbände im Frauenfußball holen auf. Allein in der Schweiz verdreifachte sich die Anzahl der Aktiven in den letzten sieben Jahren. Heute sind europaweit über 1,2 Millionen Frauen im Fußballsport aktiv. Zudem wächst die Zuwachskurve schneller als je zuvor. Dazu wächst stetig die Anzahl derer, die auch nach dem 18. Geburtstag am Fußballsport festhalten.

Boom-Bremsen

Doch längst haben nicht alle WM-Qualifikanten eigene Ligen in den Heimatverbänden. Dem begegnen die internationalen Verbände mit Förderung des Breitensportes einerseits, als auch mit Angeboten zur Unterstützung zum Aufbau von nationalen Ligen andererseits. Denn der Boom im Frauenfußball hat auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die von fast ausschließlich Männern geleiteten Verbände, als auch Vereine haben so ihre Probleme, nicht nur in den Personalien. In den Vereinen gelten Frauen die Fußballspielen immer noch als das fünfte Rad am Wagen. Unpassende Trainingszeiten, gepaart mit nachlässiger Behandlung der Vereinsfunktionäre und permanenten Finanzschwierigkeiten bremsen die Entwicklung. Wie schwierig sportlicher Erfolg sein kann, beweist ein aktuelles Beispiel aus Berlin. Hier ist der FC Lübars, der in Kooperation mit Hertha BSC antrat, klarer Meister in der 2. Bundesliga (Nord) geworden. Doch vom Aufstieg wurde Abstand genommen, die Finanzierung sei nicht zu stemmen. Zu allem Unglück hatte Hertha BSC schon zuvor angekündigt die Kooperation über 2016 hinaus nicht mehr zu verlängern, damit ist dem erfolgreichsten Frauenteam der Hauptstadt erst einmal der Weg verstellt. Nun wird nach Alternativen gesucht. Sogar eine Neugründung als Frauenfußballverein Berlin ist im Gespräch.

Politiker schmücken sich gerne mit Fußballern. Beim Frauenfußball sind sie jedoch sehr selten. Hier SPD-Chef Sigmar Gabriel beim Frauenteam von Türkiyenmspor Berlin

Beispiele bei denen das Frauenteam auch einem sportlich schlechter bewerteten Herrenteam untergeordnet werden, gibt es allein im liberalen Berlin einige. Der ehemals insolvente Klub Tennis Borussia verlor im Zuge der Insolvenz sein erfolgreichstes Team, das Frauenteam. Und mit ihm verschwand ein Aushängeschild eines der ältesten Frauenabteilungen der Republik. Die TeBe-Frauen spielten zudem außerordentlich erfolgreich und waren mit dem ersten Team jahrelang in der 1. und 2. Bundesliga vertreten. Doch während der Insolvenz war dann Schluß, heute spielen Frauen im Verein nur noch in diversen Kleinfeldteams, die 1. Herren haben jedoch im Gegensatz die Insolvenz fast verlustfrei überstehen dürfen und konnten den Spielbetrieb in den Herren-Amateurligen fortführen. Ein weiteres aktuelles Beispiel bietet das Team des Berliner Regionalligisten Al-Dersimspor. Erst in der letzten Saison wurde es komplett abgemeldet. Hier mangelte es an der Finanzierung durch Vereinsseite, offiziell an Spielerinnen. Die sportlich unbedeutenden Herren konnten jedoch weiterhin in der Bezirksliga vor sich hinkicken. Bei soviel Widerstand der alteingesessenen Herrenriegen, ist die Selbstorganisation wie im Fall Lübars wohl ein Lösungsweg. Denn nur wenige Herrenvereine wie FC Bayern oder Wolfsburg erkennen die Chance die in einer erfolgreichen Frauen-Branche liegen. So gründen sich immer mehr ausschließlich auf Frauen orientierte Fußballvereine. Und hier könnte die Zukunft zu liegen: In der Unabhängigkeit von den Männervereinen. Der nächste Schritt wären Verbände, die sich der Situation des Frauenfußballs annehmen und das alltäglich und nicht nur auf internationalen Tagungen der Verbände. Denn in manchen Verbandspräsidien kommen Frauen heute auch gar nicht mehr vor. Mit Tanja Walther-Ahrens trat im Frühjahr 2015 die einzige Frau im Präsidium des Berliner Fußballverbandes zurück. Grund: Mißachtung der männlichen Kollegen.

Frauenfußball in Berlin: Spielszene aus der Landesliga März 2015


WM verstärkt Boom


Nach jedem fußballerischen Großereignis sei es von Frauen oder auch von Männern, bemerken Vereine einen Anstieg der an Mädchen- oder Frauenfußball-Interessierten. Und wie einerseits der Erfolg des US-Teams bei der WM folgerichtig ist, hätte andererseits ein sportlicher Erfolg sei es von Frankreich oder England mehr Synergie freisetzen können um Frauenfußball auch fernab der Hochburgen zu etablieren. Doch, das der Boom auch in den USA noch längst nicht seinen Zenit erreicht hat zeigen folgende Zahlen. Knapp 400.000 Mädchen und Frauen kicken den Ball mit dem Fuß. Damit ist der Fußball nach Baseball und Volleyball zu der drittbeliebtesten Sportart in den USA aufgestiegen. Und während die Anzahl der Sportlerinnen die Baseball spielen kontinuierlich sinkt, steigt die Anzahl der Volleyballerinnen und Fußballerinnen stetig. Der Anstieg beim Fußball ist der Höchste und wird durch den WM-Titel und der Ehre einer Konfetti-Parade in Manhattan noch rasanter werden. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit bis in den USA Fußball auch zahlenmäßig die Sportart Nummer 1 werden wird.


Und auch bei der Nummer 2 in der Fifa-Weltrangliste müssen sich eigentlich keine Sorgen gemacht werden. Auch wenn die bundesrepublikanische Elf bei der WM nur als Vierte einlief, sind hier neben den USA die meisten lizensierten Spielerinnen registriert. Dazu kommt das die Spielerinnen im Gegensatz zu den USA mit 18 Jahren nicht aufhören, der Anteil an Frauen die Fußball spielen über 18 Jahren ist in Deutschland weit höher als in den USA. So wird der Frauenfußball der BRD auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Denn die zahlenmäßig stärksten Sportverbände haben immer einen Standortvorteil. Die grundsächlichen Hemmnisse des Frauenfußball gilt es lokal und international an zu packen. Wahrnehmung, vereinsinterne Missachtung, Verbandsbenachteiligungen, schlechte Trainingsbedingungen, Finanzierung etc. etc. . Alles weite Felder und nicht zu vergessen die Berichterstatter. Denn was soll mit dem burschikosen Kunstbegriff Frauenmannschaft gemeint sein, der uns in den letzten Wochen auf ARD und ZDF um die Ohren flog?


Video und Bilder von der Ticker-Parade in Manhattan, New York, zu Ehren der WM 2015 Champions





Montag, 23. Februar 2015

Berliner Taşkın Aksoy Interims-Chef bei Fortuna Düsseldorf

Die Rückrunde hat gerade erst begonnen, da dreht sich gleich wieder das Trainerkarussell. Das ambitionierte Team von Fortuna Düsseldorf reagierte heute auf den Rückrundenfehlstart (1 Unentschieden, 2 Niederlagen) in der 2. Bundesliga unter Cheftrainer Oliver Reck mit dessen sofortiger Beurlaubung. Als Nachfolger wurde interimsweise der bisherige U23 Coach Taşkın Aksoy präsentiert. 

Der 47-jährige Fußballlehrer arbeitet in seiner dritten Saison in Düsseldorf. Unter Aksoys Regie hat sich die U23 erfolgreich stabilisiert und mittlerweile in der Regionalliga etabliert. Schon als Spieler sammelte Aksoy internationale Erfahrungen. Der ehemalige Profi stand für Hertha und TeBe  in der 2. Bundesliga auf dem Platz und schnupperte mit Kocaelispor Europapokalluft. Diese Erfahrungen gepaart mit seiner akribischen Vorbereitung machten ihn nach Absolvierung der Ausbildung zum Fußballehrer in Berlin gefragt. Bei seiner ersten Profistation als Trainer bastelte er 2009/10 bei Türkiyemspor Berlin in der damals noch dreigleisigen Regionalliga mit bescheidensten Mittel ein Team zusammen, welches sich erfolgreich in der Regionalliga halten konnte. Bekanntester Schützling Aksoys ist der Paderborner Bundesligaspieler Süleyman Koç. Koç ist mit seinem seinem Einsatzwillen und technischen Fähigkeiten Sinnbild für das von Aksoy bevorzugte Spiel.

Nachdem Türkiyemspor finanziell kollabierte, geriet auch Aksoys Trainerkarriere kurzfristig ins Stocken. Zur Saison 2012/13 bekam der seit 2007 mit der UEFA-Prolizenz ausgestattete Fußballlehrer erstmals die Möglichkeit sich unter professionellen Bedingungen zu beweisen und das mit Erfolg. Nunmehr vertrauen ihm die Verantwortlichen der Fortuna die Geschicke der 1. Mannschaft an. Wie lange sein Intermezzo dauern wird, wird wohl wie so oft im Fußball vom Erfolg abhängen. Von Vereinsseite heißt es erstmal klassisch: “Taşkın Aksoy übernimmt bis auf Weiteres”.

Doch mit dem sympathischen Berliner könnte sich die Fortuna nicht nur das Glück auf dem Platz zurück holen, sondern setzt auch auf einen nervenstarken und durch seine Berliner Zeit krisenerfahrenden und innovativen Coach. Auch in seiner Heimatstadt und dem deutsch-türkischen Fußball-Berlin wurde die Berufung Aksoys als Interimschef erfreulich registriert. Denn mit dem sportlichen Niedergang der Migrantenklubs wie Türkiyemspor und SV Yeşilyurt, stehen, mehr denn je, individuelle Erfolge im Fokus. So ist schon die Karriere von Sülyeman Koç Tagestehma in Kreuzberg, Wedding und Neukölln. Da könnte mit Taşkın Aksoy schon bald das nächste Kreuzberg Märchen erzählbar werden. Gut möglich, dass bei entsprechendem Erfolg auch die Fortuna dem neuen Trainertrend folgt und langfristig auf den Mann aus den eigenen Reihen baut. Taşkın Akosy wäre es zu wünschen.




Samstag, 26. April 2014

Union Berlin - Berlins Nr. 2 baut um


Ein Umbau ist für viele Unioner eigentlich nichts neues. Mit großer Leidenschaft und starker Hilfe der Fans hat Union Berlin in den vergangenen Jahren sein Stadion und Vereinsgelände auf Bundesliganiveau gebracht. Doch nun folgt der große Umbau auch auf der sportlichen Ebene. Die Abgänge von Patrick Kohlmann, Marc Pfertzel, Baris Özbek, Adam Nemec, Jan Glinker und Christian Stuff stehen bereits fest. Allesamt gestandene Union Spieler. Und die Vereinsführung packt noch einen drauf. Der langjährige Erfolgscoach und Teammanger Uwe Neuhaus muss die Köpenicker zum Saisonende verlassen.

Für viele kommt es überraschend, aber im Endeffekt zeigt es nur, wie gut Union mittlerweile im Profigeschäft etabliert ist. Die Rahmenbedingungen stimmen und damit steigen die Ansprüche. Und wenn diese nicht erfüllt werden, werden Konsequenzen gezogen. Union wurde als Aufstiegsgeheimtip gehandelt, spielte eine fantastische Hinserie und steht nun doch mit leeren Händen da. Noch schmerzhafter ist, dass derzeit mit Fürth und Paderborn zwei vermeintlich kleine auf den Aufstiegsplätzen liegen. Die großen aus Kaiserlautern, St. Pauli und München sind hinter ihren Ansprüchen zurückgeblieben. Das wäre die Chance für Union gewesen, die nun - wie es scheint - von anderen genutzt wird.

Sieben Jahre lang stand Uwe Neuhaus an der Seitenlinie. Von 2007 bis 2011 etablierte er Union gemeinsam mit Christian Beeck als Manager in der 2. Bundesliga. Später übernahm er auch das Manageramt von Beeck und war somit Kopf der jüngsten Höhenflüge von Union in Liga 2. Doch nach zwei siebten Plätzen 2012 und 2013 wollen die Unioner nun mehr.

Wohin führt der Weg der Köpenicker? Gibt es  weiterhin einen Trainer und Manager in Personalunion? Eines ist sicher, der Berliner-Fußball schlummert weiter vor sich hin -  nur zwei Teams im Profibereich - nicht nur für Hertha und Union gibt es noch jede Menge Potenzial auszuschöpfen.

Dienstag, 8. April 2014

Solidarität mit Schiedsrichter Dinçdağ

Schiedsrichter sind in der Fußballwelt nicht besonders beliebt, sie sind eine Notwendigkeit, doch kaum einer möchte diesen Job übernehmen. Hunderte von Vereinen zahlen regelmäßig Geldstrafen an die Fußballverbände weil sie zu wenig Schiedsrichter aufweisen können. Umso verwunderlicher ist es dann, wenn sich Fußballspieler, Fans, Vereine und der Berliner Fußballverband mit einem Schiedsrichter solidarisieren.

Halil İbrahim Dinçdağ ist ein Schiedsrichter aus der Türkei und er war für den türkischen Fußballverband (TFF) tätig. Bis er seinen Militärdienst in der Türkei antreten musste. Dort bekannte er sich zu seiner Homosexualität und wurde, wie es in der Türkei üblich ist, daraufhin ausgemustert. Das ganze hatte nur einen Haken: Schiedsrichter in der Türkei müssen in der Türkei den Militärdienst ableisten, sonst werden sie nicht mehr als Schiedsrichter zugelassen. Doch als Homosexueller ist dies nicht möglich. Somit ist homosexuellen Schiedsrichtern in der Türkei der Weg versperrt.

Der Fall von Halil İbrahim Dinçdağ ging an die Presse und schlug in der boulevardesken Medienlandschaft des Landes hohe Wellen. Halil İbrahim Dinçdağ wurde öffentlich geoutet und musste seinen Heimatort Trabzon, am Schwarzen Meer verlassen. Er flüchtete nach Istanbul, dort versucht er nun ein neues Leben aufzubauen. Arbeitslos, - doch der leidenschaftliche Schiedsrichter kann das pfeifen nicht lassen. Aktiv ist er nun bei Spielen der Bunten Ligen in Istanbul.

Am Dienstag nun wird Halil İbrahim Dinçdağ in der Kreuzberger Blücherstrasse ungewohntes internationales Flair versprühen. Er pfeift beim Freundschaftskick zwischen Türkiyemspor III und Tennis Borussia II. Damit wird wohl Neuland bestritten, denn wann hat schon mal ein internationaler Schiedsrichter eine unterklassige Partie in Berlin gepfiffen?

Am Donnerstag berichtet Halil İbrahim Dinçdağ darauf in der von Türkiyemspor-Fans allseits bekannten Neuköllner Kiezkneipe „Tristeza“ über seinen Fall. Mit dabei auch Hakan Taş und Daniela Wurbs. Als Übersetzter engagiert sich Safter Çinar.

Am Wochenende geht Halil İbrahim Dinçdağ dann nach Leipzig. Dort pfeift Halil İbrahim Dinçdağ die Begegnung von zwei Teams des Roten Stern Leipzigs, ehe er am Samstag an einer weiter Podiumsveranstaltung im Fischladen teilnimmt.

Im Vorfeld der Veranstaltungsreihe musste die Organisatoren jedoch viel Geduld beweisen, denn das Generalkonsulat der Bundesrepublik wollte Halil İbrahim Dinçdağ zuerst kein Visum erteilen. Erst nach eineinhalb Jahren und dem persönlichen Einsatz vor Ort, der ehemaligen Bürgermeisterin von Kreuzberg/Friedrichshain Cornelia Reinauer, konnte die lang erwartete Visumerteilung erreicht werden. So wirft die Veranstaltungsreihe nicht nur einen Blick auf die Diskriminierung von Homosexuellen im Fußball, sondern führt auch noch einmal die vom europäischen Gerichtshof monierte deutsche Visaverteilung gegenüber türkischen Staatsbürgern vor Augen.

Das Programm zu Halil İbrahim Dinçdağs ersten Auslandaufenthaltes:

Dienstag, 8. April 2014 – Freundschaftspiel in Berlin Türkiyemspor Berlin III vs. 
Tennis Borussia Berlin II 
 Schiedsrichter der Partie: Halil İbrahim Dinçdağ
 Sportplatz Blücherstr. 47, 10961 Berlin – 19:30 Uhr
Donnerstag, 10. April 2014 – Vortrag in der Tristeza
 „Der Fall Halil İbrahim Dinçdağ und LSBT in der Türkei“
 Mit Halil İbrahim Dinçdağ, Hakan Tas (LSBT-Aktivist) und Daniela Wurbs (FSE); Übersetzung: Safter Çinar (TBB)
Pannierstr. 5, 12043 Berlin – 19 Uhr
Freitag, 11. April 2014 – Freundschaftsspiel in Leipzig 
Roter Stern Leipzig II vs. Roter Stern Leipzig III
 Schiedsrichter der Partie: Halil İbrahim Dinçdağ
 Sportpark Dölitz, Bornaische Straße 179, Leipzig – 17 Uhr
Samstag, 12. April 2014 – Vortrag im Fischladen
 „Der Fall Halil İbrahim Dinçdağ und LSBT in der Türkei“
 Wolfgang-Heinze-Straße 22, Leipzig – 21 Uhr