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Donnerstag, 14. Juli 2016

Fußball-Fans aus aller Welt treffen sich in Izmir/Türkei


Kurz nach dem Ende der EURO 2016, treffen sich türkische Fußballfans vom 14.-17. Juli 2016 mit Anhängern aus ganz Europa, um unter dem Motto “All Colours Meet in Izmir” Kernfragen des türkischen und internationalen Fußballs zu diskutieren. Das Sommernetzwerktreffen von Football Supporters Europe (FSE) wird von den Vereinen THD (Taraftar Hakları Derneği – Verein für Fanrechte) und Taraf-Der (Taraftar Hakları Dayanışma Derneği – Solidaritätsverbund für Fanrechte), organisiert.

Die dreitägige Konferenz wird von verschiedensten Partnern und der Stadt Izmir unterstützt. Es werden über 500 Gäste aus ganz Europa, den USA und Südamerika erwartet. Neben Fußballfans haben auch Vereinsoffizielle ihr Kommen angekündigt. Damit ist das Event die größte jemals in der Türkei ausgerichtete internationale Zusammenkunft dieser Art.



Die Veranstaltung stellt nicht nur für die Kooperation der beiden wichtigsten Fanverbünde THD und Taraf-Der einen Meilenstein dar, sondern auch für türkische Fußballfans im allgemeinen. Fans aller großen Vereine werden an den Workshops und Podiumsdiskussionen zu vielfältigen aktuellen Fanthemen teilnehmen, wie Fanbeteiligung an Stadieninfrastrukturprojekten, Fanausweise in Europa, die Auswirkungen terroristischer Bedrohung auf Fußballfans, Mitbestimmung von Fans in der Vereinsführung, Verhinderung diskriminierender Fangesänge, Barrierefreiheit für Fans mit Behinderungen und wie sich Fans für soziale Belange einsetzen.
Die Debatten werden von einem umfassenden Rahmenprogramm zur Förderung des informellen Austauschs und der Solidarität unter den Fans für gemeinsame Themen über Rivalitäten und nationale Grenzen hinaus begleitet. Dies beinhaltet Ausstellungen von Fanbannern, OpenAir-Kino mit internationalen Fanfilmen und ein All-Star-Fußballspiel gegen ein Team von Refugees, inklusive ehemaliger Nationalspieler.
Daniela Wurbs, Koordinatorin von Football Supporters Europe (FSE): “Es ist fantastisch zu sehen, was für ein großartiges Programm unsere Freunde und Mitglieder von THD und TarafDer zusammengestellt haben, trotz teils widriger Bedingungen. Als FSE glauben wir dass die Veranstaltung unsere Netzwerkaktivitäten auf ein neues Level heben werden und gleichzeitig deutlich macht, welch beispielhafte und konstruktive Rolle diese beiden Fanorganisationen und ihre Mitgliedsgruppen bei der Vertretung von Faninteressen in der Türkei spielen. Wir hoffen, dass die Fußballverbände und Institutionen in der Türkei dies gleichermaßen anerkennen und das Event dazu nutzen, einen offenen und strukturellen Dialog mit Fans im Land aufzubauen.”
Burkal Efe, Vorsitzender von Taraftar Hakları Derneği (THD): “Es ist ein Privileg für THD und Taraf-Der, Fans und Fußballvertreter*innen aus der ganzen Türkei und der Welt hier begrüßen zu können. Wir freuen uns auf sehr viel Spaß, aber auch auf lebhafte und interessante Diskussionen, von denen wir alle profitieren können. Mit dieser Veranstaltung wollen wir unseren gegenseitigen Erfahrungsschatz vergrößern und unsere Netzwerke als Fans stärken, sowohl für unsere Aktionen auf lokaler Ebene, innerhalb unseres europäischen Verbunds Football Supporters Europe (FSE), wie auch darüber hinaus.”
“Wir glauben dass insbesondere angesichts dieser Zeiten globalen Aufruhrs Fußballfans in Izmir zeigen werden, wie internationale Gemeinschaft mehr erreichen kann als Hass. Wir danken deshalb auch der Stadt Izmir, der türkischen Ingenieurskammer, Sporlab, dem Sopalı Pankart Fanzine, İzmirspor FC und dem Tepekule Catering …. Und ganz besonders den Freunden von Sakaryaspor für die von Fans organisierte Spendenkampagne für das Event, die all das hier möglich machen.”
Bei der Veranstaltung sind in den Podiumsdiskussion zu den Themen Stadionentwicklung und Fanengagement und soziales Engagement auch Vertreter des FC St. Pauli und des FC Union anwesend.
Weitere Details zum Programm des FSE Summer Network Meetings gibt es auf der Webseite zur Veranstaltung unter www.fseizmir2016.org


 Die Veranstalter

Football Supporters Europe network (FSE) ist ein unabhängiges, repräsentatives und demokratisch strukturiertes basisorientiertes Netzwerk von Fußballfans mit Mitgliedern in derzeit 48 Ländern auf dem europäischen Kontinent. FSE ist als Hauptansprechpartner in Fanfragen von der UEFA anerkannt und arbeitet darüber hinaus in einigen Expertengremien und Arbeitsgruppen der EU und des Europarats mit.
Taraftar Hakları Derneği (THD) wurde 2012 als regionale Fanrechteunion von Fußballfans aus verschiedenen Clubs in Izmir gegründet, die sich gegen den drohenden Abriss ihres Fußballstadions zur Wehr setzen wollten. Die Gründung von TarafDer folgte im Jahr 2013 als Zusammenschluss von Fans für Fanrechte in der Region von Ankara. Während sich THD vor allem auf Kampagnenarbeit zu allen möglichen Fanthemen konzentriert, bestehen die Hauptaufgaben von TarafDer in der Bereitstellung rechtlicher Unterstützung und juristischer Schritte in Fanangelegenheiten. Beide Organisationen arbeiten seit ihren Anfängen eng zusammen, ganz besonders im Verlauf der rechtlichen Schritte und Fanproteste gegen den Fanausweis Passolig in der Türkei. In der Zwischenzeit sind sie daher zu den führenden Fanorganisationen des Landes geworden.
Das FSE Summer Network Meeting 2016 wird als eine halbautonome Veranstaltung von THD und TarafDer gemeinsam organisiert. THD wurde im Zuge eines offenen Aufrufs des FSE-Komitees zur Ausrichtung der Veranstaltung im Jahr 2015 unter allen Bewerber*innen ausgewählt, das Event erstmals auszurichten.


KONTAKTDATEN:

HASHTAGS: #AllColoursMeetInIzmir #FSEIzmir2016

EVENT WEBSITE: www.fseizmir2016.org (ENG/TUR)  

FSE Summer Network Meeting Facebook-Seite (auf TÜRKISCH – auf ENGLISCH )

FOOTBALL SUPPORTERS EUROPE
FSE WEBSITE: www.fanseurope.org (ENG/GER/FR/ESP/ITA/RUS/TUR)
FACEBOOK: www.facebook.com/FansEurope TWITTER: @FansEurope (mainly ENGLISH)

TARAFTAR HAKLARI DERNEĞI (THD)

TARAF-DER
Tara-fDer auf FACEBOOK: https://www.facebook.com/tarafder2013 TWITTER: @tarafder2013 (TURKISH)



           

           
          

Samstag, 28. Mai 2016

Copa America 2016 beginnt am Freitag



Während die Europäer gespannt auf den EM-Auftakt am 10. Juni 2016 in Paris warten, können sich die Fußballfans auf der anderen Seite des Atlantiks schon eine Woche früher über den Start der Copa America freuen. Am 3. Juni eröffnet der Gastgeber USA gegen Kolumbien das Turnier. Gastgeber USA? Ja, richtig gelesen. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des südamerikanischen Fußballverbandes CONMEBOL findet die Copa erstmals außerhalb Südamerikas statt. 

Turnusgemäß hätte erst im Jahr 2019 die nächste Copa America stattgefunden, doch um den runden Geburtstag standesgemäß zu feiern, beschloss der CONMEBOL eine Sonderausgabe zu veranstalten. Sehr zur Freude aller Fußballfans in Nord- und Südamerika, denn neben dem ungewöhnlichen Austragungsort bietet die Sonderausgabe Copa America 2016 weitere Neuerrungen. So ist es zwar seit 1993 zur Gewohnheit geworden, dass ein oder zwei Gastmannschaften des nord- und mittelamerikanischen Verbandes CONCACAF an der Copa teilnehmen, - auch Japan wurde 1999 schon ein Mal eingeladen - aber in diesem Jahr sind neben dem Gastgeber USA noch fünf weitere CONCACAF-Mannschaften dabei. Costa Rica, Haiti, Jamaika, Mexico und Panama komplettieren das Teilnehmerfeld. Somit gehen erstmals in der Geschichte 16 Mannschaften auf die Jagd nach dem Titel.

Ob es diesmal auch den ersten nicht südamerikanischen Champion geben wird, bleibt abzuwarten.  Mexico - mit zwei Finalteilnahmen die erfolgsreichste Gastmannschaft - könnte den Südamerikaner noch am ehesten die Show stehlen. Die Debütanten Haiti und Panama und auch Jamaika (eine Teilnahme) gehen als krasse Außenseiter ins Turnier. Costa Rica geht in seine fünfte Copa, ist bisher jedoch noch nicht über das Viertelfinale hinausgekommen. Bleiben noch die von Jürgen Klinsmann trainierten US-Boys (drei Teilnahmen). Sicherlich hat der US-Fußball in den vergangenen Jahren enorm zugelegt, aber schon eine Wiederholung des Wunders von 1995, als die USA bis ins Halbfinale einzogen, wäre eine kleine Sensation für den Gastgeber. Wer Klinsmann kennt, weiß, dass er genau solche Momente liebt. Seine Jungs zeigen sich jedenfalls in entsprechender Form. Die Testspiele gegen Puerto Rico und Ecuador gewann die US-Elf souverän.

Turnierfavoriten sind aber andere. Argentinien und Brasilien sind hier immer an erster Stelle zu nennen. Wobei die Brasilianer zuletzt enttäuschten. Seit ihrem Triumph 2007 haben sie das Halbfinale nicht mehr erreicht. In den letzten Jahren haben der wiedererstarkte Copa-Rekordchampion Uruguay (15 Titel) und der von Bayern-Star Arturo Vidal angetriebene Titelverteidiger Chile den Etablierten die Plätze streitig gemacht. Paraguay und Peru haben ebenfalls mit regelmäßigen Halbfinalteilnahmen das gewohnte Bild durcheinander gewirbelt.

Wer bei der Jagd auf den Jubiläumstitel der Copa America live dabei sein möchte, kann alle Spiele im Live-Stream bei ran.de schauen.

Dienstag, 10. Juni 2014

Argentina - Wo Fußball mehr ist als eine Religion

Bei uns bzw. bei denen „ist Fußball wie eine Religion“. Wie oft hat man dieses Satz schon gehört, gilt er doch bei Brasilianern ebenso wie bei Südafrikanern, Kroaten oder – vergleicht man die schwindende Anzahl der Kirchgänger mit den steigenden Zuschauerzahlen in der Bundesliga – am Ende auch bei uns Deutschen.

Ein Tag in Buenos Aires jedoch zeigt, dass Fußball auch mehr sein kann als Religion. Fußball ist überall, Fußball ist Thema Nr. 1, Fußball ist alles, was zählt. Die Stadt, die als Welthauptstadt des Fußballs gilt, atmet Bälle, Taktiken und Spielzüge. Vierzehn der zweiundzwanzig Vereine der ersten argentinischen Liga kommen aus Buneos Aires und jeder einzelne wird hingebungsvoll vergöttert, sei es River Plate, die Boca Juniors oder auch „kleinere“ Vereine wie Racing oder Independiente. Welche Magie dieser geballte Fußballwahn ausübt, aber auch welche Konflikte dadurch in einer Stadt mit gefühlt 500 Derbys pro Saison aufkommen, zeigt z.B. die Dokumentation „Ekstase und Schock – Die Fußballhauptstadt Buenos Aires“ recht eindrucksvoll.

Aber all die Rivalität, die der argentinische Fußball nach innen ausstrahlt, wird in den nächsten Wochen keine Rolle spielen, denn da thront über allem nur eines: La Albiceleste! Stellt man sich vor, all die Energie, die die Argentinier in ihren alltäglichen Fußball einbringen, wird für vier Wochen gebündelt und auf die „Weiß-Himmelblauen“ übertragen, muss einem fast Angst und Bange um eine ganze Nation werden, egal was passiert. Wie das dann auf den Rängen aussehen kann, sieht man z.B. in Ansätzen hier (Man beachte den prominenten Mitsinger und den verdutzten Holländer):

 
Ein weiterer Grund, warum Fußball in Argentinien mehr ist als eine Religion, zeigt sich in der Verehrung ihrer Gottheit. In den Straßen von Buenos Aires hängt sie in jedem Laden, ziert 9/10 aller Souvenirs und strahlt von jeder Hauswand. Die Rede ist von „El Diez“, „Pibe de Oro“, der „Hand Gottes“, the one and only: Diego Armando Maradona. Dem kleinen, leicht pummeligen Ballkünstler mit dem Hang zu leistungsfördernden und bewusstseinserweiternden Mittelchen wird eine Vergötterung zuteil, der der Begriff kaum gerecht wird, da wohl jeder Gott dieser Welt im Verhältnis nur neidisch sein kann. Und auch die große Anzahl der „Maradonistas“ rund um den Globus unterstützt die Annahme, schaut euch nur mal die Anzahl der Diegos an, die heute in Neapel registriert sind und jeden Morgen das "Diego unser" beten. Es gibt nicht nur ein Lied über Maradona, es gibt sogar eine „Top Ten der besten Lieder über Maradona“Mein Favorit ist Manu Chao, „La vida tombola“. Das Leben ist eine Lotterie. Treffsichere Poesie.
Heute, so könnte man meinen, sollte längst ein anderer argentinischer Fußballer den Gottesstatus erreicht haben: Lionel Messi. In den letzten Jahren (abgesehen von diesem) stets zum besten Fußballer des Universums gekürt, ist er prädestiniert dafür, Maradona vom Gottesthron zu stoßen. Allerdings wollte ihm das bisher nicht so recht gelingen, konnten die Leistungen von „La Pulga“ (dem Floh) im Dress der Albiceleste doch nie so richtig an die beim FC Barcelona anknüpfen. Ob es am hohen Erwartungsdruck oder dem abweichenden Spielsystem liegt, weiß keiner genau. Aber es wird definitiv Zeit, dass sich das ändert. Der wertvollste Spieler der Welt ist er weiterhin mit großem Abstand – Da kann CR7 so viel posen, wie er will und Real noch so viel für ihre walisische Elfe hinblättern.
So, genug Blabla. Kommen wir zur entscheidenden Frage hier bei der VAHA-WM: Warum wird Argentinien Weltmeister? Dazu gibt es ein paar Hypothesen:
Hypothese 1 – Übernatürliche Kräfte
Wie schon im ersten Absatz beschrieben, lässt sich für unsereins kaum erahnen, welche Energie und grenzenlose Euphorie bei den Fans der „Gauchos“ (nennt sich oder die Mannschaft in Argentinien keine Sau) freigesetzt wird, wenn es endlich los geht. Schlagkräftig ist die Unterstützung bisweilen auch. Wenn dazu auch noch der Übergott mit Sixpack antanzt und den Sieg prophezeit kann eigentlich kaum noch was schiefgehen. 
Hypothese 2 – Der Südamerika-Faktor
Fakt 1: Weltmeisterschaften in Südamerika können nur südamerikanische Teams gewinnen.
Fakt 2: Brasilien kann zuhause keine WM gewinnen.
Fakt 3: Argentinien ist mindestens die zweitbeste Mannschaft Südamerikas.
Fakt 1+2+3= Argentinien wird Weltmeister
Nicht zu vergessen, die Rivalität zwischen beiden Mannschaften und wie süß der Erfolg schmeckt, wenn der Cup im Land des Erzrivalen geholt wird.
Hypothese 3 – Die ÜberOffensive
Ein schöner Vergleich ist bspsw. die Stürmer-Spalte im deutschen und argentinischen Kader. Unserem alten Haudegen Miro Klose stehen auf argentinischer Seite Namen wie Gonzalo Higuaín, Ezequiel Lavezzi, Sergio Agüero und natürlich Messi gegenüber. Einen Carlos Tevez ließ man gar ganz galant gar zuhause. Ein Traum, sich so etwas leisten zu können. Dahinter lauert unter anderem Angel di Maria, für mich der überragende Akteur im Champions League Finale. Und auch wenn sich die Defensive nicht ganz so prominent liest, sind mit Zabaleta und Garay auch zwei Kanten dabei, auf die kaum ein Team der Welt verzichten könnte.
Hypothese 4 – It’s Messi Time
Hört sich im ersten Moment komisch an, aber Messis kleines Tief in der vergangenen Saison könnte der ausschlaggebende Faktor für Argentiniens dritten WM-Titel werden. Es ist ein wenig ruhig geworden um den kleinen Floh, was wiederum zur Folge haben könnte, dass er endlich einmal entspannt aufspielen kann, ohne die maradonsche Last auf seinen Schultern. Außerdem hat er nach dem verlorenen Goldenen Ball noch etwas gut zu machen. WM-MVP wäre da doch schon etwas. Und wer sonst, als Lionel Messi hätte diesen Titel verdient (ohne jetzt gespielt zu haben)? Neymar? Ich geh mal kurz brechen.