Er galt
einst als der kommende Superstar und wechselte passend zum heutigen Datum bereits im Alter von 13 Jahren
aus Mexico zum großen FC Barcelona. Doch so richtig erfüllen konnte er die
Erwartungen der Katalanen nicht.
Nach Stationen bei Galatasaray und Tottenham ist er mittlerweile wieder zurück in Spanien beim FC Villareal. Er kämpft immernoch damit, das Image des ewigen Talents loszuwerden.
Mit Unebenheiten in der Karierre kennt sich Giovanni also aus, doch was er heute erlebt hat, ist nicht mehr mit Worten zu beschreiben. Beim WM-Auftakt gegen Kamerun erlebte er seinen ganz persönlichen Freitag den 13.. Gleich zwei reguläre Tore wurden ihm aberkannt. Nicht irgendwelche Tore,
sondern Tore beim World Cup - die bekanntlich das Maß aller Dinge sind. Schwacher Trost für den tragischen Held des Tages, Mexico gewinnt am Ende mit 1:0.
Weltmeisterschaft in Brasilien - mehr Fußball geht nicht! Tempo, Tricks und Tore werden wir zusehen bekommen. Das Ganze in Perfektion beherrscht seit jeher keiner besser als die Gastgeber höchstpersönlich. Logische Konsequenz ist, dass Brasilien seinen sechsten Titel holt.
Die Brasilianer werden alle Fans und Kritiker mit ihrer Spielweise in Ekstase versetzen und die Gegner in bester Manier wie Slalomstangen aussehen lassen. In den letzte Jahren haben die Brasilianer kaum ein Pflichtspiel bestritten, da sie für die WM gesetzt waren. Und so wird sich Stärke der jetzt schon hochgehandelten Brasilianer erst während des Turniers zeigen. Was ich meine, hat man ansatzweise schon im letzten Jahr beim Confed-Cup bewundern können. Brasilien siegte im Finale gegen chancenlose Spanier mit 3:0.
Bei der Kaderzusammenstellung ging der Teamgeist vor. Filipe Scolari normierte die 23 Spieler, welche schon im Vorjahr dabei waren. Er verzichtete auf große Namen wie Kaka und Ronaldinho und hat sich damit nicht nur Freunde gemacht. Aber sein Team ist intelligent zusammengestellt. Da finden sich der in Europa unterschätzte Fred im Sturm und Mittelfeldspieler wie Paulinho und Hernanes. Allesamt keine Weltstars, aber die Chemie stimmt. Die Truppe wird angeführt von den Leadern Thiago Silva und Ramires.
Mit Oscar, Willian, Bernard, Fernandinho und Neymar kommen dazu jeder Menge junge Spieler die Zaubern können wie zuletzt die Weltmeister von 2002 Rivaldo, Ronaldo, Roberto Carlos und Kollegen. Nebenbei bemerkt, Trainer damals wie heute: Felipe Scolari. Insbesondere von Neymar werden die Europäer Dinge sehen, die sie bisher nicht kannten. In Barcelona hat er in 41 Spielen 15 Tore und 15 Assists verbuchen können. Eine ordentliche Saison. Aber bei der WM wird er wieder explodieren - so wie man ihn kennt aus seiner Zeit beim FC Santos. Das System ist genau auf ihn abgestimmt und genau wie bei Ronaldinho 2002 weiß Scolari genau, wie er seinen spektakulärsten Spieler zu perfekter Effektivität lenken wird. In der Nationalmannschaft hat Neymar in 48 Spielen 30 Mal getroffen. Bei der WM werden einige Tore hinzukommen.
Das Team, welches sich stark mit den Demonstranten im eigenen Land solidarisiert hat, will den Brasilianern zudem den Traum vom WM-Titel im eigenen Land schenken. Dass dieser Druck zu groß für das Team sein wird, glaube ich nicht. Die Spieler werden Kraft und Motivation daraus schöpfen, wie beeindruckend ihre Fans, Freunde, und Familien für ein gerechteres Brasilien kämpfen.
Während in Deutschland und Italien die Rekordmeister und
Dauerchampions Bayern und Juventus auch in diesem Jahr die Meisterschaft
gewinnen werden oder bereits haben, ist in Spanien und England für Spannung
gesorgt.
In Spanien spielt Atletico Madrid ein riesige Saison und
benötigt noch sechs Punkte aus den letzten drei Spielen für die erste
Meisterschaft seit 1996. Zugleich wäre es der erste Titelträger nach dem FC
Valencia im Jahr 2004 der nicht Real oder Barcelona heißt. Mehr als einen
Ausrutscher darf sich Atletico jedoch nicht erlauben, denn Real mit rechnerisch
drei und Barca mit vier Punkten Rückstand lauern nur darauf die alten
Kräfteverhältnisse wieder herzustellen. Pikanterweise spielt Atletico am
letzten Spieltag beim FC Barcelona. Somit könnte Barca am Ende der Meistermacher
für Real werden.
Der FC Liverpool hatte bis zum vergangenen Wochenende beste
Aussichten eine noch längere Durststrecke zu beenden. Der ehemalige englische
Rekordmeister wartet seit 1990 sehnlichst auf einen Premier League Titel. Doch
ausgerechnet Club-Ikone Steven Gerrard schenkte durch seinen Ausrutscher gegen
Chelsea die gute Ausgangsposition im Schlussspurt her (siehe extra Artikel).
Somit läuft alles auf ein Herzschlagfinale hin. Liverpool hat derzeit zwei
Punkte Vorsprung auf Chelsea und drei auf Manchester City. Jedoch hat City noch
ein Spiel mehr in der Hinterhand und ein um acht Tore besseres Torverhältnis.
Gewinnt City seine drei noch ausstehenden Spiele, sollte die vierte
Meisterschaft der Blauen aus Manchester perfekt sein. Aber auch Chelsea und
natürlich Liverpool haben noch realistische Chancen.
Mit einem solch spannenden Kampf um Platz 1 ist in der Serie
A und in der Bundesliga frühestens in der kommenden Saison wieder zu rechnen. Aber
im Ligabetrieb geht es ja nicht nur um den Meistertitel. Hamburg, Nürnberg und
Braunschweig zeigen uns gerade eindrucksvoll, dass auch Abstiegskampf Spannung
pur bedeuten kann.Allesamt haben
übrigens auch schon mal den Kampf um Platz 1 gewonnen, doch das ist mittlerweile
31, 46 und 47 Jahre her.