Dienstag, 10. Juni 2014

Die Mutigen gegen die grünen Jacken


Die ganze Welt befindet sich im Fußball-Fieber nur ein kleines Fleckchen Erde auf dem amerikanischen Kontinent wehrt sich mit Händen und Füßen. Doch wo und wer sind die modernen Gallier? Wir haben sie gesucht und gefunden: In Rome einem kleinen schmucken Städtchen im Nordwesten von Georgia-USA.




Ok, es ist ja nichts neues, das in den USA Soccer nicht der populäre Sport ist, wie man ihn aus Europa & Co. kennt. Doch nicht Basketball, oder American Football gibt es in Rome zu sehen: Baseball der Minor League, - umrahmt von Hot-Dogs, Gallonen von Popcorn, und Bier aus metallartigen Flaschen während des Budweiser-Innings. Rundum ein Familienspaß, den am Montagabend über 1800 zahlende Zuschauer im State Mutual Stadium bei Rome sehen wollten. Durchaus eine ordentliche Zuschauerzahl bei etwas über 30.000 Einwohnern. Zudem spielen die Rome Braves nur in der Southern League der Minor League in der Kategorie A, was in etwa einer Fußballoberliga gleich käme.

Doch auch wenn das Team wie gestern kaum einen Ball gefangen bekommt, gibt es genug Unterhaltung. Nicht nur die Buden laden ein, sondern in jeder noch so kleinsten Spielpause wird das Publikum bespaßt. Da gibt es im über 5000 Zuschauer fassenden Stadionrund Wettbewerbe, die per Stadion-TV, auf den drei Anzeigentafeln (!) präsentiert werden. Die Cheerleader animieren zu skurrilen Spielen. So werden riesige Tortillas von Kindern gefüllt und auf der Tartanbahn geschleppt oder es spreizen junge Mädchen die Beine um auf obskuren Plastikpferden hüpfend gegeneinander anzutreten. Hier gewinnt dann nicht nur die Schnellere, sondern hunderte von Männerherzen. Garniert mit musikalischen Einspielern von Rock, Pop, Hip-Hop bis zu lateinamerikanischer Musik vergehen die über drei Stunden Baseball wie im Fluge. Und dann wird in der komplett durch organisierten modernen Show, dann doch noch etwas Old-School betrieben. Die klassischen Orgeleinspieler kommen nicht vom Band, sondern t Live von einer gefühlt 80-jährigen Pianistin. Auch Kurt Weils „Mackie Messer“ taugt hier noch als Unterhaltungsprodukt.

Die Kommerzialisierung des Veranstaltung ist folgerichtig, gehören die Rome Braves doch zu dem Franchise der Atlanta Braves und sind somit eins von sieben der Affiliates-Teams (Farm-Teams) der Atlanta Braves. Inhaber dieses Franchise ist kein geringerer als der Medienmogul Ted Turner.

Den obligatorischen Ball habe ich dann auch noch gefangen. Naja, gefangen stimmt nicht so ganz, ist er mir doch quasi vor die Füße direkt an meinen Sitzplatz gerollt. Mit einem leichten Strecken des rechten Armes konnte ich den begehrten Spielball vor den heraneilenden Balljägern ergattern. Sorry for that.

Eckdaten
Augusta GrennJackets vs. Rome Braves (Gastteam wird zuerst genannt)
9. Juni 2014
19 Uhr
Mutual Stadium
Rome – Georgia – USA
Eintritt: 6-12 US-Dollar
Homepage der Rome Braves

Spielergebniss




Fußball ist eine Religion



John Oliver von Last Week Tonight wirft einen kritischen Blick auf die FIFA und begründet den Hype um die Fußball Weltmeisterschaft mit der "Würstchen-Theorie". Niemand will sehen wie Würstchen hergestellt werden, aber jeder will sie haben.


In dem Bericht wird u.a. ein 270 Millionen teures Stadion im Amazonas präsentiert, welches lediglich für vier WM-Spiele Gebrauch findet. Denn es gibt in Manaus kein Profiteam. Dies erinnert an das Leipziger Stadion für die WM 2006 in Deutschland. Nur das Red Bull im Regenwald keine Fußballakademie aufbauen will.

Auf anschauliche Weise erläutert John Oliver die Geld- und Bierpolitik der FIFA und gibt einen Ausblick auf die WM 2022 in Katar. Die sarkastische Art seiner Berichterstattung ist die perfekte Balance aus Kritik und Liebe zu dem Spiel, welches in uns ungeahnte Emotionen frei werden lässt.


Sonntag, 8. Juni 2014

Berlin wählt


Gerade erst ist die Europawahl und der Volksentscheid zum Tempelhofer Feld vorbei, da gibt es schon die nächste Wahlentscheidung in der Stadt. Bis zum 27. Juni (24 Uhr) können noch Stimmen zum Fußballer der Saison 2013/14 abgegeben werden. Gewählt wird sowohl über Stimmkarten als auch online unter http://berliner-fussball.de/berliner-fussballer-der-saison-201314/. Zur Wahl stehen 32 FußballerInnen in 4 Kategorien. Als Anreiz zur Teilnahme an der Wahl werden über 200 Preise ausgelost. Wobei der Gewinn eines Trainingswochenendes für ein Team von bis zu 20 Personen in der Sportschule des Berliner Fußballverbandes für viele Vereine wohl der Hauptgewinn wäre.


Nominiert sind:

Kategorie Profifußballer
Sören Brandy (1. FC Union)
Daniel Haas (1. FC Union)
Hajime Hosogai (Hertha BSC)
Thomas Kraft (Hertha BSC)
Damir Kreilach (1. FC Union)
Torsten Mattuschka (1. FC Union)
Adrian Ramos (Hertha BSC)
Per Ciljan Skjelbred (Hertha BSC)


Kategorie Amateurfußballerin
Celine Dey (1. FC Lübars)
Lisa Görsdorf (1. FC Union)
Kristin Krömer (Stern 1900)
Anne Lammert (SV Blau-Gelb)
Charline Pantelmann (BW Hohen Neuendorf)
Anna-Maria Rießler (FC Viktoria 89)
Carolin Schultze (BSC Marzahn)
Madeleine Wojtecki (1. FC Lübars)


Kategorie Amateurfußballer
Patrick Brendel (BFC Dynamo)
Björn Brunnemann (BFC Dynamo)
Ümit Ergirdi (FC Viktoria 89)
Patrick Kroll (VSG Altglienicke)
Pascal Müller (SSC Teutonia)
Sebastian Reiniger (SV Lichtenberg 47)
Arber Shuleta (FC Hertha 03)
Christian Siemund (Berliner AK 07)


Kategorie Trainer
Andreas Fricke (FC Internationale)
Detlef Garz (BFC Preussen)
Thomas Herbst (FC Viktoria 89)
Uwe Lehmann (Lichtenberg 47)
Abu Njie (SV Tasmania)
Jörg Schmidt (VfB Hermsdorf)
Timo Szumnarski (FC Hertha 03)
Volkan Uluc (BFC Dynamo)

Donnerstag, 5. Juni 2014

Belgien - mit dem Eurofighter zum WM-Titel




Was die Frage nach dem Weltmeister 2014 angeht, ist die Meinung in der deutschen Öffentlichkeit eher langweilig. Brasilien oder Deutschland heißen fast alle Antworten. Doch wer glaubt wirklich, dass Jogi und seine Jungs in Brasilien endlich den Fluch des Zweiter werdens ablegen? Und Brasilien? Nein! Mein Favorit sind die Roten Teufel aus Belgien. Junges, dynamisches und ausgeglichenes Team, leichte Vorrundengruppe und einen Motivator als Trainer der seines Zweites sucht.

Die stabile Defensive und die pfeilschnelle, torgefährliche Offensive werden die Grundlage für Belgiens Triumph sein. Lukaku, Hazard, und Miralles haben in dieser Saison zusammen 38 Tore in der Premier League geschossen. Hinzu kommen weitere elf Treffer von Mertens in der Serie A. Da kann man sogar den Ausfall von Christian Benteke (11 Treffer für Aston Villa) verkraften. Aber nicht nur im Sturm hat Marc Wilmots die Qual der Wahl. Im Mittelfeld streiten die Hochkaräter Alex Witsel (St. Petersburg, 35mio. Euro Marktwert), Marouane Fellaini (ManU, 23mio.), Moussa Dembele (Tottenham, 20 mio.) und Kevin De Bruyne (VfL Wolfsburg, 17 mio.) um die Plätze. Und auch Steven Defour (FC Porto), Nacer Chadli (Tottenham) und das Nachwuchstalent Adnan Januzaj (ManU) haben bereits bewiesen, dass sie europäisches Topformat besitzen.

Bei dieser Qualität im Angriff und Mittelfeld sollte man davon ausgehen, dass bei den Belgiern die Abwehr die Achillessehne ist. Doch anders als beispielsweise bei den niederländischen Nachbarn, setzt die Defensive in Puncto Qualität noch einen Drauf. Angeführt vom Kapitän des englischen Meisters Manchester City Vincent Kompany ist Belgiens Abwehr das Prunkstück der Roten Teufel. Seine Nebenleute Jan Vertonghen (Tottenham), Thomas Vermalen (Arsenal), Daniel van Buyten (FC Bayern) und Nicolas Lombaerts (Zenit) verfügen allesamt über jede Menge internationale Erfahrung. Hinzu kommen die beiden jungen spanischen Meister von Atletico. Innenverteidiger Toby Alderweireld (25) und der derzeit wohl begehrteste und beste Jungtorhüter der Welt Thibout Courtois (22).  Dieses Potenzial gepaart mit dem taktischen Geschick eines Marc Wilmots, lässt an alte Schalker "Eurofighter" Zeiten mit dem Motto „Die Null muss stehen“ erinnern. So ist es kein Wunder, dass Belgien in der WM-Qualifikation nur vier Gegentore bekommen hat. 

Auch die aktuelle Form stimmt. Dem 5:1 gegen Luxemburg folgte ein 2:0 gegen Schweden in der WM-Vorbereitung. Besonders Lukaku (4 Tore) und Hazard zeigten, dass sie in großer Vorfreude auf die WM sind. 

Gerade in Brasilien - aufgrund der klimatischen Bedingungen - zählt die alte Fußballerweisheit, dass der Angriff Spiele gewinnt und die Verteidigung Titel holt. Doppelter Vorteil für Belgien. Denn mit Hazard & Co. im Sturm werden sie so einige Spiele gewinnen und mit der bombensicheren Abwehr den WM-Titel zum ersten Mal nach Belgien holen.  

Hier die Kurzfakten zum Turnierstart für Belgien:

• Belgien - Algerien: Dienstag, 17. Juni 2014, 13 Uhr (18 Uhr MESZ) in Belo Horizonte
• Belgien - Russland, Sonntag, 22. Juni 2014, 13 Uhr (18 Uhr MESZ) in Rio de Janeiro
• Südkorea - Belgien: Donnerstag, 26. Juni 2014, 17 Uhr (22 Uhr MESZ) in São Paulo

Freitag, 30. Mai 2014

Bilder vom Süpermoto-Rennen

Beim 3. Rennen der Süpermoto Meisterschaft war ich mit meiner Kamera wieder dabei. Was ich und mein Kollege Fırat Kekevi beim Rennen auf der Kenan Sofuoğlu Rennstrecke in Akyazı bei Sakarya  eingefangen habe seht ihr in Auszügen hier.






Weitere Bilder hier.

Die Ergebnisse der packenden Rennens sind hier nachzulesen.

Den Bericht (auf Türkisch) des türkischen Motorsportverbandes (TMF) findet ihr hier.


Donnerstag, 29. Mai 2014

Chile Chile Chile, el título es tu!

----------------------------Ein Team - Ein Titel! Chile hat hohe Ziele im Visier.---------------------

Wenn die 20. Fußball-WM der Herren am 12. Juni beginnt, ist es einfach auf die „Großen“ zu setzen. Und zeugt eher davon, medial beschwatzt worden zu sein, als sich an die unübersehbaren Fakten zu halten. Denn Chile, diese fußballwahnsinnige Ländchen, wird den lang ersehnten Titel holen. Diesen Sommer. Kein Zweifel.

Dabei spricht eine schier unendliche Liste an Argumenten für die vom Argentinier Jorge Sampaoli trainierte Auswahl. Damit dieser Text jedoch lesbar bleibt, sei an dieser Stelle nur eine Auswahl der wichtigsten Punkte angeführt:

a) Historisches: Südamerikanische Mannschaften gewinnen nur dann Heimtitel, wenn eine schaurige Diktatur gerade das Land zu zerrütten droht – so wie die argentinische Militärjunta 1978. Brasilien ist – bei allen sozialen Verwerfungen – eine Demokratie, woraus folgt, dass die Gelb-Grünen den Titel nicht holen. Stattdessen wird Chiles Kapitän Arturo Vidal von Juventus Turin den Pokal nach knapp vier Wochen in die Luft stemmen, da das Land vom südamerikanischen Pazifik auf Revanche sinnt: Denn wer gewann die WM 1962 im Land des Literaturnobelpreisträgers Pablo Nehuda? Genau, Pelé und seine Trickserbande. Dieses Mal läuft`s andersrum!

b) Wer denn sonst?: Statistiken lügen nicht – kein europäisches Land wird das Turnier gewinnen, denn das gab es ja noch nie. Das Klima, die Zeitumstellung, Joachim Löws Führerscheinentzug – der Weg für Teams aus Europa ist steinig, zu steinig zum Laufen. Bliebe da noch die Konkurrenz vom Kontinent. Doch wer wäre schon so blind, seine güldenen Taler derart aus der Loge zu werfen? Brasilien ist schon lange nicht mehr das Land, von dem es hieß, dass auf jedem Bolzplatz der nächste Bundesliga-Torschützenkönig warte. Und Argentinien kommt trotz wild-entschlossener Versuche, Tiki-Taka zu kopieren, nicht darüber hinweg, dass sich Messi nun mal wohler an der spanischen Mittelmeerküste fühlt als in Hellblau. Die einzigen, die Chile gefährlich werden können, sind die Ecuadorianer: Denn die haben so eben beschlossen, ein lokales Ökoreservat geplanten Ölbohrungen zu ergeben. Das wiederum könnte der korruptionsgewohnten FIFA-Gang gefallen und den benötigten Beistand „von oben“ sichern.

c) Die Spieler, dieses Team!: Um auf der Gangsterskala jedoch nicht ins Hintertreffen zu geraten, haben sich Vidal und Starstürmer Sánchez vom FC Barcelona just vor Turnierbeginn nochmal ordentlich Tinte in die Arme hacken lassen. Umgeben sind die beiden Superstars von Eduardo Vargas vom FC Valencia, Francisco Silva von CA Osasuna, Mauricio Isla von Juventus Turin, der dort jedoch nur Vidal in seiner Muttersprache bei Laune hält, und Claudio Bravo von Real Sociedad. Ansonsten ist das Team größtenteils mit jungen Megatalenten besetzt, von denen die meisten für die Erzrivalen „Colo-Colo“ oder „La U“ (Universidad de Chile) in der Hauptstadt Santiago de Chile kicken. Beim zweiten Club spielen auch die drei Ersatzkeeper Johnny Herrera, Paulo Garces und Cristopher Toselli, die es in den vorläufigen Kader geschafft haben. Mit dieser nur für Außenstehende eigenartig anmutenden Kaderzusammenstellung, kann das Team ja kaum verlieren. Denn wer es dem ersten chilenischen Sieger der Copa Sudamerica (2011) nachmacht und gleich drei Auswahltorhüter plus den etatmäßigen Stammkeeper in den Kasten stellt, dem ist der Titel sicher!

Ohnehin hat die Elf fasst so viele Punkt in der Qualifikation gesammelt, wie es Pinguine pro Quadratmeter an der Küste gibt: 28 Punkte aus 16 Partien bei einem positiven Torverhältnis von 29:25 berechtigten zu einem soliden Platz drei. Dabei darf selbst der Fünftplatzierte Uruguay noch zur WM fahren und das obwohl sich Brasilien als Gastgeber nicht einmal qualifizieren musste. Zudem hat das ebenso rot-weiß-blaue wie absolut unterschätzte Team erst kürzlich bewiesen, wozu es fähig ist, als es die deutsche Auswahl im März in Stuttgart lange gegen die Wand spielte und nur knapp mit 0:1 verlor. Daraus hat man gelernt. Das Team wird sich erst gegen Australien (wer hat die denn reingemoogelt?) warmschießen, dann die Ära von Vincent del Bosque und seinen alternden, wie titelverfetteten Spaniern beenden, um die Gruppenphase mit einem Kantersieg gegen Holländer abzuschließen, die vorne zwar mit Namen wie Huntelaar, Robben und van Persie prahlen, doch dahinter nix mehr haben. Denn wer soll sie anspielen, kann in der Abwehr doch ein Paul Verhaegh vom FC Augsburg auf Einsatzzeit hoffen. Nichts gegen den FCA, aber ein spielgenialer Stratege wie die Seedorfs, Koemans oder Cruyffs der orangen Fußballgeschichte ist der nicht. Also Chile - Valparaiso, deine Perle von Strandstadt ist zu Jahresbeginn durch ein Feuer zerstört worden – überkomme diesen Schmerz und flamme deinem ersten Titel entgegen!

Hier die Kurzfakten zum Turnierstart für Chile: Mannschaftsquartier und Trainingsstätte wird das Toca da Raposa II in Belo Horizonte sein.

• Chile – Australien: Freitag, 13. Juni 2014, 18:00 Uhr (24:00 Uhr MESZ) in Cuiabá
• Spanien – Chile: Mittwoch, 18. Juni 2014, 16:00 Uhr (21:00 Uhr MESZ) in Rio de Janeiro
• Niederlande – Chile: Montag, 23. Juni 2014, 13:00 Uhr (18:00 Uhr MESZ) in São Paulo

Freitag, 23. Mai 2014

Mailand oder Madrid Hauptsache Italien



 
Eins steht schon vor dem Finale fest, der Champions League Titel geht dieses Jahr nach Spanien. Nach dem deutschen Duell im letzten Jahr, setzten die spanischen Hauptstadtclubs in Sachen Derbyfeeling noch einen drauf. Wenn morgen Abend das Endspiel zwischen Atletico und Real angepfiffen wird, steht halb Madrid Kopf. Die andere Hälfte wird in Lissabon erwartet, wo das Spektakel stattfindet.

Ein Stadtduell um die europäische Krone - dass gab es noch nie. Und auch die weiteren Vorzeichen lassen auf einen hoch spannenden Fußballabend hoffen. Atletico ist frischgebackener spanischer Meister und hat mit großem Teamgeist gepaart mit der Torgefahr eines Diego Costas die Abonnementemeister Real und Barca auf die Plätze verwiesen. Wenn die Feierlichkeiten nicht zu sehr auf die Fitness geschlagen haben, gehen die Colchoneros sicher nicht als Außenseiter ins Finale. Einzig der Einsatz von Costa steht noch etwas auf der Kippe. Doch wer den Torjäger kennt, weiß, dass er dieses Spiel nicht verpassen wird. 

Auf der anderen Seite wartet das Starensemble von Real Madrid. Die allerdings unter dem italienischen Taktikgenie Carlo Ancelotti einen ganz neuen Anstrich erhalten haben. Kein Harakiri Angriffsfußball mehr, sondern höchste defensive Disziplin und blitz sauberer Konterfußball sind Reals große Stärken in diesem Jahr. Ein Hauch von Mailand gibt es eben auch in Madrid.

Bei den Buchmachern und Fans ist Real der Favorit. So glauben bei der Wettbörse Betfair 50%  (Wettquote 2,0), dass Real den Titel holt. Nur 25% setzen auf Atletico.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Video zum Global Run 2014 in Bodrum


Ich war mit meinen Kameras am 27. April beim Bodrum Global Run 2014 dabei. 1000 Läuferinnen und Läufer führten mich durch die weiße Stadt an der Ägäis. Bodrum im Frühjahr erwieß sich als idealer Austragungsort eines Laufwettbewerbes. Meine Eindrücke habe ich einem dreiminütigen Video zusammengefasst. Sightseeing mal anders.

Weitere Infos unter www.globalrun.com 


Bodrum Global Run 27 Nisan 2014 from AntrenmanYap on Vimeo.

Dienstag, 20. Mai 2014

Grubenunglück in Soma: Fußballklubs helfen

Das schwere Grubenunglück im türkischen Soma, bei dem nach offiziellen Angaben 301 Bergarbeiter verstarben, hat weltweit für Betroffenheit gesorgt. Im Land selbst sitzt der Schock tief. Trauergebete, Demonstrationen und Spendensammlungen bestimmen das aktuelle Geschehen. Zudem ist, in der Suche nach den Schuldigen, eine scharf geführte politische Debatte entbrannt. Indem politisch tief zersplitterten Land, stellt die nun geführte Auseinandersetzung eine weitere Zuspitzung dar. Umso überraschender, dass die tief verfeindeten großen Istanbuler Fußballvereine in ungeahnter Gemeinsamkeit für die Hinterbliebenen des Unglücks eintreten.


Während der türkische Fußballverband, schon kurz nach bekannt werden des Unglücks alle Spiele bis zum Wochenende absagte, reagierten die Vereine im Land mit Mahnminuten bei Trainingseinheiten und offiziellen Beileidsbekunden an die Medien und Fans. Dazu traten Prominente Spieler mit klaren Statements an die Öffentlichkeit. Die dramatischen Bilder aus der Mine und die erschütternden Interviews mit Überlebenden, haben die Protagonisten in den Vereinen, seien es Funktionäre, Spieler oder Fans tief berührt. Galatasaray hatte am letzten Spieltag der Süperlig, den Spielertunnel in der heimischen TT-Arena in einen Grubentunnel verwandelt. Die Fußball-Stars liefen zudem mit Bergarbeiter-Helmen im Stadion auf.




Neben symbolischen Aktionen beteiligt sich die türkische Fußballwelt in selten erlebter Einigkeit an Spendensammlungen. Der frische Süperlig-Meister Fenerbahçe bestreitet ein Benefiz-Spiel gegen den Stadtrivalen Beşiktaş. Galatasaray hat mit dem frisch gebackenen spanischen Meister Atletico Madrid die Zusage zu einem weiteren Benefizspiel bekommen. Die Spieler von Galatasaray selbst trugen für die Hinterbliebenen eine Summe von knapp 5 Millionen türkischen Lira zusammen (ca. 1,7 Millionen Euro). Der Vorstand von Beşiktaş spendete die kompletten Einnahmen des letzten Saisonspiels gegen Genclerbirligi. Auch Karabükspor, Erstligist aus der gleichnamigen Bergarbeiter Stadt, spendete die Einnahmen des letzten Spieltages.
Bei Fenerbahçe geht man einen anderen Weg, so hat der Vorstand beschlossen die Ausbildungsausgaben von 100 Jugendlichen aus Soma für 5 Jahre komplett zu übernehmen. Vereinsintern wurde für dieses Ziel ein Fond eingerichtet. Zudem können Fußball-Fans mit dem Kauf eines T-Shirts die Hinterbliebenen direkt unterstützen. Für 29.95 türkische Lira ist das schwarze T-Shirt mit der Aufschrift #Soma und dem Klub Logo hier zu bestellen.

Auch von den Fans im Lande kommt es zu den unterschiedlichsten Unterstützungsaktionen. Beeindruckend die Aktion der Fans von Ankaragüçü. Seit Wochen sammeln die Fans Geld um Trikot-Sponsor des krisengeschüttelten Vereins zu werden. Nun haben die Fans beschlossen, das gesammelte Geld an die Hinterbliebenen des Unglücks zu spenden.

Freitag, 9. Mai 2014

Deniz Naki im Stress um ein Tattoo


Bei St. Pauli-Fans ist er noch heute hochgeschätzt. Nicht nur mit seinen sportlichen Leistungen, sondern auch mit seinem Auftreten neben dem Platz hatte sich Deniz Naki die Herzen des Kiezes erobert. Fans fordern sogar in der Online-Petition „Deniz Naki zurück zum FC St. Pauli !!!“ seine sofortige Rückkehr. Denn seit 2013 steht er bei bei dem Süperlig-Team Gençlerbirliği aus der türkischen Hauptstadt Ankara unter Vertrag. Sein Einstand in der Süperlig verlief jedoch enttäuschend. 13 Liga-Einsätze, doch nicht eine Begegnung konnte der Stürmer bis zum Ende spielen. Zudem wartet er weiter auf seinen ersten Süperlig-Treffer in der Süperlig. Zu mindestens im Pokal konnte er schon einen Treffer für seinen neuen Klub erzielen.

Deniz Naki trägt seit vielen Jahren am rechten Unterarm ein Tattoo mit der Aufschrift Dersim 62. Die Bedeutung dieses Tattoos war schon 2010 ein Thema in den Boulevardmedien. Der Hintergrund: Sein Vater kommt aus der türkischen Stadt Tunceli, die früher Dersim hieß. Die heutige Provinz Tunceli im Osten des Landes ist Heimat vieler kurdisch stämmiger Türken alevitischen Glaubens. Trotz der Umbenennung in Tunceli (1938) wird der Begriff Dersim von vielen bis heute im Alltag gepflegt. Zudem tragen mehrere Vereine den Namen „Dersim“. In der Türkei der Amateurklub Dersimspor und in Berlin z.B. der Kreuzberger Klub Al-Dersimspor. Die Nummer 62, auf dem Tattoo, steht für das Autokennzeichen der heutigen Provinz Tunceli.

Einige Fußballfreunde haben das Tattoo von Deniz Naki anscheinend erst neu entdeckt und seitdem wird der Fußballer mit Anfragen über soziale Netzwerke bombardiert. Die freundlicheren erkundigen sich nach Sinn und Zweck , die unfreundlicheren ergehen sich in Anfeindungen. Zuerst löschte Deniz Naki noch die schlimmeren Nachrichten auf seinem Facebook-Account, nun sah sich der Stürmer jedoch genötigt Stellung zu beziehen. Auf Deutsch veröffentlichte er folgende Message, die daraufhin übersetzt ins Türkische seinen Weg in die türkische Sport-Presse fand.

Hallo liebe Freunde...
In letzter Zeit habe ich viele Nachrichten bekommen,es ging mehr um politische Sachen .
Ob ich Türke bin oder Kurde bin... Ob ich Sunnite oder Alevite bin.
Warum ich ein Dersim Tattoo habe und warum nicht Tunceli drauf steht ...
Mittlerweile bekomme ich Kopfschmerzen von solchen Nachrichten.
Deswegen habe ich mir gedacht ich poste das, damit jeder weiß wie ich denke und was ich bin
Meine Herkunft ist DERSIM und nicht Tunceli. Ich sehe es nicht anders egal wie sehr Politiker versuchen Profit zu erschlagen. Deswegen auch das Tattoo...
Ich bin Alevite. Auch das sage ich nicht mit einem rassistischen Hintergrund sondern nur weil es viele wissen wollen..
Und stehe zu 100% dahinter...
Damit hier auch keiner was falsch versteht.
Ich habe nichts gegen andere Nationalitäten und respektiere jede Religion...

Ich hoffe, dass jetzt keine blöden Kommentare kommen... denn ich äußere mich nicht um eine Diskussionsrunde zu öffnen.

Entweder man akzeptiert mich so als Mensch oder nicht. Jedem seine eigene Entscheidung. Ich akzeptiere alle Menschen egal welcher Herkunft, SOLANGE man mich auch respektiert... Wir müssen nicht die gleiche Sprache reden um uns zu verstehen.. denn Leid , Tränen und Glück haben weder eine Sprache noch eine Farbe... Mensch ist Mensch... Lg Deniz Naki

In einem Artikel der Tageszeitung "Hürriyet" wird der Tattoo-Streit daraufhin mit den rassistischen Vorfällen in der NBA und der La Liga in Verbindung gebracht. Dort lässt Deniz dann seinem Frust freien Lauf: „Wenn ich auch von den Rängen bei Spielen ähnliche Reaktionen, wie in den sozialen Medien bekomme, werde ich die Türkei verlassen.“ Können sich da die St. Pauli-Fans etwa Hoffnung auf eine Rückkehr des Lieblings machen? Sein Vertrag bei Gençlerbirliği läuft offiziell noch bis 2017.